Bibliothek wird zur Lounge umfunktioniert Feiern im Osnabrücker Felix-Nussbaum-Haus

Von Nina Brinkmann


Osnabrück. Ein Raum zum Entspannen, zum Warten oder um Eindrücke zu durchdenken: Im Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück entsteht eine Lounge, die den Museumsbesuchern genau das bieten soll. Derzeit arbeitet eine Gruppe von Studenten der Technischen Universität Braunschweig an der begehbaren Rauminstallation.

Der Raum, der vom Foyer des Nussbaum-Hauses aus über eine Treppe erreichbar ist, soll die Aufenthaltsqualität im Museum beträchtlich steigern, sagte Direktor Nils-Arne Kässens im Gespräch mit unserer Redaktion. „Museen sind Orte der Inspiration, aber es muss auch eine Möglichkeit geben, dass die Besucher zur Ruhe kommen“, erklärte er.

Doch vor der Entspannung wird gefeiert: Zur Eröffnung findet am Freitagabend, 16. Februar, eine große Party statt. „Ab 18 Uhr sind alle herzlich willkommen mit uns die Eröffnung der Lounge zu feiern“, sagte Kässens. Neben Musik von DJ CASS erwartet die Besucher außerdem eine Longdrinkbar. „Passend zur Lounge“, wie Kässens betonte.

Kooperation mit TU Braunschweig

Das Projekt wird in Kooperation mit dem Institut für Architekturbezogene Kunst der TU Braunschweig durchgeführt. Deren Institutsleiterin Folke Köbberling und Kässens kennen sich bereits seit mehreren Jahren und setzten gemeinsam einige Projekte um. „Wir wollten erneut zusammen arbeiten. Folke hat mich dann hier im Museum besucht und wir haben uns beide gesagt, dass man aus dem Raum mehr machen könnte“, sagte Kässens. Vorher war der Raum eine Bibliothek. Vollgestellt mit vielen Regalen, konnte das Potenzial der Fläche allerdings nicht optimal genutzt werden. Und auch der Architekt des Nussbaum-Hauses, Daniel Libeskind, sagte nach der Fertigstellung des Museums über den Raum: „This should be a lounge.“ (deutsch: „Das sollte eine Lounge sein.“) Da kam es wie gerufen, dass der Lehrbeauftragte der TU Braunschweig, Benjamin Menzel, das Wahlpflichtseminar „Under Construction“ anbot, das sich fortan mit dem Projekt beschäftigte.

Aus Alt mach Neu

„Mit sechs Studenten haben wir in dem Seminar das Konzept für die Rauminstallation entwickelt. Jeder brachte seine Ideen ein, aus denen wir dann die Grundlagen für das Projekt gestaltet haben“, erklärte Menzel. Besonders wichtig war es den Beteiligten, mit Materialien zu Arbeiten, die bereits vorhanden waren. Im Depot des Nussbaum-Hauses lagerten etliche ausrangierte Podeste, aus denen nun verschiedene Sitzmöglichkeiten für die begehbare Installation entstehen. Seit dem vergangenen Montag ist die Seminargruppe nun dabei, das Projekt umzusetzen. „Ein straffer Zeitplan, aber bislang läuft es gut“, sagte Menzel. Den Studenten gefällt besonders der praktische Teil des Seminars: „Ich wollte etwas Handwerkliches machen, da unser Studium sonst recht theoretisch ist“, sagte beispielsweise Masterstudent Robin Dörrie. Durch die Gruppendynamik sei es ein angenehmes Arbeiten, da jeder etwas beisteuere. Manche seien handwerklicher, andere eher in Sachen Entwürfe veranlagt. „Wir ergänzen uns gut“, befand Dörrie. Institutsleiterin Köbberling sieht das als großen Vorteil: „Die Studenten lernen alle, mit Werkzeug umzugehen. Nach dem Projekt können sie alle ihre Möbel selbst bauen.“

Raum von allen Seiten erleben

Sie ist von dem Konzept des Projektes überzeugt: „Es gibt keinen festen Plan. Wir können vor Ort situationsbedingt entscheiden, wie es weitergeht. Der Raum kann stetig verändert werden.“ Außerdem solle er sich den Menschen anpassen, nicht andersherum. Menzel ergänzt: „Es sind flexible Sitzmöglichkeiten. So können die Besucher den Raum von allen Seiten erleben.“

Wie die Besucher den Raum nutzen und erleben, wird sich ab Freitagabend, 16. Februar, zeigen. Mit einer Party wird die Installation ab 18 Uhr eröffnet. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.


Das Felix-Nussbaum-Haus lädt am Freitag, 16. Februar, ab 18 Uhr zu einer Eröffnungsparty der neuen Lounge ein. Der Eintritt ist frei.