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Verkaufsanzeige des Hauses am Heger Tor Falsche Gerüchte um Schließung des Restaurants Almani

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Das Haus, in dem sich das Restaurant Almani in der Heger Straße in Osnabrück befindet, steht zum Verkauf. Foto: Michael GründelDas Haus, in dem sich das Restaurant Almani in der Heger Straße in Osnabrück befindet, steht zum Verkauf. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Marinos Ioannidis ist sauer: Seitdem eine Immobilienanzeige das von ihm für sein Restaurant Almani genutzte Haus mit Foto anpreist, kämpft er gegen eine von Tag zu Tag stärker brodelnde Gerüchteküche. Nun stellt er klar: Nein, ich schließe nicht.

Es begann harmlos, berichtet Marinos Ioannidis: „Vergangene Woche klopfte eine Frau an unsere Tür und fragte, wieso wir denn schließen würden. Ich war überrascht und konnte mir keinen Reim darauf machen.“ Doch die besorgten Anfragen von Stammgästen, Bekannten und Freunden häuften sich, sogar nach seinem gesundheitlichen Befinden sei er gefragt worden – und dann erfuhr Ioannidis auch, wieso: „Ein Freund schickte mir die aus der Neuen Osnabrücker Zeitung abfotografierte Immobilienanzeige unseres Hauses. Da wusste ich, wieso die Gerüchte entstanden waren.“

Denn das Haus am Heger Tor, in dem sich sein griechisches Restaurant Almani befindet, steht zum Verkauf. Fast eine Million Euro, genauer gesagt 990.000 Euro, will der Eigentümer für die vom Makler als „populäres Gastronomieobjekt“ angepriesene Immobilie haben.

Gerüchte wegen der Anzeige

Was Ioannidis nun ärgert ist nicht das warum, sondern das wie: „Ich weiß, dass der Eigentümer schon längere Zeit damit geplant hat, zu verkaufen. Das ist auch nicht das Problem, denn er kann mit seinem Besitz machen, was er will, und meinen Mietvertrag hätte ein Verkauf auch nicht tangiert.“

Allerdings sieht er durch die öffentliche Anzeige mit Bild sein Restaurant Almani in Gefahr: „Es ist ein sensibles Feld, in dem ich arbeite und derlei Gerüchte können über den Umsatz entscheiden. Denn wer bucht schon ein Restaurant für seine Feier, wenn er befürchten muss, dass dieses in wenigen Monaten eh schließen wird oder sein Betreiber gar krank sei? Selbst meine Angestellten haben mich gefragt, was denn nun los sei? Unser Betriebsfrieden hat sehr gelitten.“

In einem Facebook-Eintrag hat er sich deshalb Luft gemacht – und fügt an: „Ich neige dazu, sehr deutlich zu werden, wenn mich etwas ärgert.“

Marinos Ioannidis ist, wie er betont, nicht krank, er ist auch nicht pleite oder plane, das Almani zu schließen. „Im Gegenteil: Seit Anfang des Jahres gehören mir 100 Prozent des Restaurants und aktuell verhandele ich mit der Stadt, wie ich die Terrasse auf dem Nordflügel des Heger Tores für meine Restaurantgäste nutzen kann – trotz all der Auflagen der Stadt.“ Er habe also genug zu tun und zu regeln, denn er plane noch für „mindestens zehn weitere Jahre“ am Heger Tor.

Gutes Verhältnis zum Noch-Eigentümer

Auch das Verhältnis zu seinem Vermieter sei sehr gut. Dies bestätigt auch Hans-Ulrich Krause, der die Immobilie besitzt: „Wir verstehen uns ausgezeichnet und auch das geschäftliche Verhältnis mit Herrn Ioannidis läuft super. Ich weiß, dass so etwas in der Gastronomiebranche nicht automatisch ist. Doch er erhält jetzt sogar einen verlängerten Mietvertrag.“ Der geplante Verkauf der Immobilie werde also dem Mietverhältnis und dem Bestand des Restaurants nichts anhaben können.

Krause will das Haus aus „persönlichen Gründen“ veräußern, hat allerdings „Zeit dafür, da es kein Notverkauf ist. Findet sich kein geeigneter Käufer, behalte ich es eben.“ Dass sich Restaurant-Betreiber Ioannidis über die Art der Veröffentlichung der Anzeige ärgert, kann Krause teilweise nachvollziehen: „Klar kann so Unruhe aufkommen. Aber irgendwie muss schließlich publik gemacht werden, dass das Haus zum Verkauf steht.“

Das Mietverhältnis des griechischen Restaurants würde ein Verkauf jedoch nicht tangieren. Foto: Michael Gründel


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