Brettspielecafé in Osnabrück Was die „Osnabrett“-Betreiber in diesem Jahr noch vorhaben

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Andy Petsch (links) und Artur Baginski betreiben in Osnabrück das Brettspielecafé „Osnabrett“. Foto: Swaantje HehmannAndy Petsch (links) und Artur Baginski betreiben in Osnabrück das Brettspielecafé „Osnabrett“. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Im vergangenen September haben Artur Baginski und Andy Petsch mit dem „Osnabrett“ Osnabrücks erstes Brettspielecafé eröffnet. Damit erfüllte sich für die beiden passionierten Brettspieler ein Traum. Ob Gäste dieses Konzept annehmen und welche Ideen noch umgesetzt sollen, darüber spricht das Duo im Interview.

Herr Baginski, Herr Petsch, hat sich das Risiko Geschäftseröffnung gelohnt?

Artur Baginski: Das hängt von der eigenen Erwartungserhaltung ab. Für Andy und mich ist das ein Projekt aus Leidenschaft und keine Suche danach, wie wir am besten unser Geld verdienen können. Wir wollten uns den Wunsch erfüllen, eine Möglichkeit zum Spielen zu schaffen. Unter diesem Aspekt hat sich die Eröffnung gelohnt, finanziell ist es ein schwieriges Gewerbe. Das machen aber unsere Gäste wett, die ein sehr, sehr positives Feedback geben und sich dankbar zeigen. Das gibt uns viel zurück.

Können Sie vom Betrieb des Brettspielcafés leben?

Baginski: Das muss sich in den kommenden Monaten noch zeigen. Aber ich denke schon, dass zumindest eine Person davon leben kann – insofern die eigenen Ansprüche nicht so hoch sind. Ich bin eher ein sehr bescheidener Mensch und noch den studentischen Lebensstil gewöhnt. Deshalb habe ich gute Voraussetzungen – gerade in der Anfangszeit, in der es eh noch ein bisschen schwieriger ist. Man sollte an ein Projekt, in das man viel unbezahlte Energie und Zeit hineinsteckt, eh nicht mit der Erwartungshaltung herangehen, dass man ein Durchschnittsarbeitnehmergehalt bekommt.

Ist die Größe des Cafés mit gut 30 Plätzen denn ausreichend?

Andy Petsch: Nach den bisherigen Erkenntnissen ist es eine gute Größe, um Fuß zu fassen und zu gucken, ob sich das Konzept längerfristig halten kann. Wir haben ja erst seit wenigen Monaten offen. Der Kurs sieht zumindest gut aus.

Mit welchen Vorkenntnissen haben Sie das Unternehmen gegründet?

Baginski: Wir kommen beide nicht aus der Gastronomie. Was sich aber auch nicht als Problem herausgestellt hat, weil wir keinen Konkurrenzdruck haben und deshalb nicht verglichen werden. Die meisten Leute kommen ja der Spiele wegen. Dafür haben wir Erfahrungen im Projektmanagement und im Controlling. Ich habe zum Beispiel in einem mittelständischen Unternehmen eine Ausbildung zum Industriekaufmann gemacht. Zudem haben wir beide ein analytisches Verständnis und die Fähigkeit, uns Ziele zu setzen und das Erreichte zu bewerten. Das hat die Gründung auf jeden Fall erleichtert.

Warum funktioniert die Idee des Brettspielecafés? Vor allem in Großstädten gibt es ja immer mehr solcher Einrichtungen.

Baginski: In Deutschland gibt es jetzt die erste Welle. Wenn einer auf die Idee kommt, ein Brettspielcafé aufzumachen, dann übernimmt sie auch ein anderer. In Großbritannien zum Beispiel gab es diese Welle schon früher. Ein Grund dafür ist, dass das Spielen an sich wieder mehr in den Vordergrund rückt.

Warum wird mehr gespielt?

Baginski: Ironischerweise wegen der digitalen Medien. Mittels Apps und Minispielen kommen die Leute mehr mit Spielen in Kontakt und dadurch wächst das Interesse an Spielen generell. Zugleich wollen die Menschen von der Technik mal wegkommen und sich klassisch mit anderen Menschen an den Tisch setzen. Spiele schaffen dafür einen sehr schönen Rahmen und machen einfach Spaß.

Welche Besonderheit zeichnet das „Osnabrett“ aus?

Petsch: Die superschöne Atmosphäre. Manchmal versuche ich, im Laden bewusst abzuschalten, um die Stimmung auf mich wirken zu lassen. Es ist schön, an jedem Tisch die Leute lachen zu sehen.

Welche Ideen stehen für dieses Jahr noch an?

Petsch: Da fallen mir zwei Sachen ein. Unser gastronomisches Angebot umfasst aktuell ausschließlich Getränke und Snacks. Das soll noch um Speisen erweitert werden. Und wenn es um den Spielpart geht: Bislang haben wir das Thema Events überhaupt noch nicht angekratzt. Wir haben zwar mittwochs unseren offenen Spieleabend, doch von den coolen Ideen, die uns zum „Osnabrett“-Konzept geführt haben, ist bislang noch nichts umgesetzt. Star-Wars-Spieleabende zum Start eines neuen Films beispielsweise oder allgemein Turniere.

Welche Menschen kommen in Ihr Brettspielecafé?

Baginski: Wir haben über alle Generationen weg Gäste. Das freut uns sehr. Von der Tendenz her sind es zwar vor allem Studenten und jüngere Erwachsene, aber auch Familien mit Kleinkindern und Senioren kommen zu uns. Spiele schaffen es eben, Generationen zu verbinden. Das zeigt sich jetzt glücklicherweise auch im Café.

Welche Art von Spielen werden vor allem gespielt?

Baginski: Wir haben natürlich Spiele aus der gesamten Bandbreite, setzen aber einen klaren Fokus auf die besonders leicht zu lernenden Spiele, die auch nicht zu lange dauern. Unser Konzept beinhaltet es nämlich auch, die Spiele zu erklären. Da liegt es auf der Hand, dass die Spiele in wenigen Minuten erklärbar sein müssen. Damit schaffen wir es auch, Gelegenheitsspielern ein Angebot zu machen. Die Regeln stehen einem nicht im Weg, sondern die Leute kommen schnell zum Spielspaß. Kommunikative Spiele und Spiele, die einen zum Lachen bringen, stehen bei uns im Vordergrund.

Wie sieht die Top 3 der beliebtesten Spiele im „Osnabrett“ aus?

Baginski: Es ist schwierig, eine Bestenliste der am meisten verlangten Spiele aufzustellen. Von den Spielen, die wir empfehlen und die dann gut ankommen, gehört zum Beispiel das „Kneipenquiz“, ein kooperatives Quiz. Ein weiterer Hit ist „Concept“. Oder wie wir immer sagen: „Tabu“ ohne Worte. Ein moderner Klassiker, der häufig nachgefragt wird, ist „Dixit“, ein Spiel mit fantasievollen Bilderkarten.

Kommen Sie persönlich noch zum Spielen?

Petsch: Momentan relativ wenig. Wir versuchen intern zwar, Spieleweiterbildungen zu machen. Aber das trifft den eigentlichen Punkt des Spielens nicht mehr. Artur und ich haben uns deshalb fest vorgenommen, in diesem Jahr unsere alte Spielerunde aufleben zu lassen.


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