Firmenjubiläum 40 Jahre Nosta: Aus der Garage in die Schoeller-Villa

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Nicolas Gallenkamp (33), geschäftsführender Gesellschafter der Nosta-Gruppe. Foto: Vera MielemeierNicolas Gallenkamp (33), geschäftsführender Gesellschafter der Nosta-Gruppe. Foto: Vera Mielemeier

Osnabrück. Die Garage. Große Unternehmen schmücken sich gern mit kleinen Anfängen. Als Andrea und Thomas Gallenkamp im Februar 1978 die Nosta-Transport GmbH an den Start brachten, saßen sie tatsächlich in einer Garage in Bissendorf-Wulften am Schreibtisch. Heute beschäftigt Nosta 750 Mitarbeiter an 40 Standorten – und wird von einer Villa aus geführt.

Nosta – das sind die gelben Lastwagen mit der Weltkarte im Logo. Nosta – das ist ein Stück Schoeller, ein Stück Stahlwerk Georgsmarienhütte und ein großes Stück Osnabrück, auch wenn das Unternehmen wichtige Bereiche im vergangenen Jahr nach Ladbergen verlagert hat. In dieser Woche ist Nosta 40 Jahre alt geworden.

2017 sei ein „sehr starkes Jahr“ gewesen, sagt Nicolas Gallenkamp (33), seit Anfang 2017 geschäftsführender Gesellschafter der Nosta-Gruppe. Der Umsatz liegt bei jährlich 200 Millionen Euro, Tendenz steigend. „Unser Vorteil ist die große Dispo-Truppe“, so Gallenkamp. Nosta fahre kaum Liniendienste, sondern bediene seine 1600 wiederkehrenden Kunden „sehr individuell“. Das Unternehmen sei breit aufgestellt, die Kundschaft komme aus sehr verschiedenen Branchen.

Wachstumsbremser sind der Mangel an Fachkräften und an Laderaum, wie Gallenkamp erklärt. Es gebe nicht genug Transportkapazitäten: „Auf ein Fahrzeug kommen im Moment fünf Ladungen.“ Eine Ursache sei, dass osteuropäische Transporteure, die vor einigen Jahren noch den deutschen Markt mit Billigangeboten unter Druck setzten, jetzt in ihren wirtschaftlich aufblühenden Heimatländern voll zu tun haben.

Start in Wulften

Die Gründer, Andrea und Thomas Gallenkamp, waren von Hause aus Bankkaufleute und mussten sich in das Transportgewerbe zunächst einarbeiten, als sie vor genau 40 Jahren ihre Gewerbe anmeldeten. Den Anstoß hatte Herbert Voss, der Vater von Andrea Gallenkamp, gegeben, der in Papenburg das Unternehmen Normstahl besaß. Von dort kamen die ersten Aufträge – und auch der Name. Die Aufträge wurden per Fernschreiben übermittelt, und die Telex-Abkürzung für Normstahl war Nosta. „Wir tragen unseren ersten Kunden noch im Namen“, sagt Nicolas Gallenkamp.

Die Gallenkamps verdienten ihr Geld mit dem Vermitteln der Frachten, einen eigenen Lkw besaßen sie nicht. Zum Leben reichte es nicht ganz, deshalb zog Thomas Gallenkamp mit einem Bulli von Spedition zu Spedition und verkaufte Lkw-Waschmittel. Schrittweise übernahm das Mini-Unternehmen mehr Aufträge für den Papierhersteller Schoeller.

Den ersten richtigen Schub erlebte Nosta 1988 mit der Übernahme des Schoeller-Versandbüros und dem Bezug eines Büros an der Martinistraße, wo Nosta nicht lange blieb. Thomas Gallenkamp hatte ein Auge auf eine alte Schoeller-Villa am etwas versteckten Buchenbrink in Lüstringen geworfen. Das Baudenkmal ist noch heute Verwaltungssitz der Nosta-Gruppe, auch wenn einige Teile inzwischen ins neue Verwaltungsgebäude in Ladbergen umgezogen sind.

Nach der Wende streckte Nosta die Fühler nach Ostdeutschland aus, begleitete Schoeller nach Weißenborn und Penig und schuf sich mit dem Kauf des Verpackungsbetriebs GKU in Mansfeld ein weiteres Standbein, die Produktion von Transportverpackungen. Nosta übernahm in den Neunzigerjahren die Fahrten für das Stahlwerk Georgsmarienhütte, unter anderem den Abtransport der heißen Schlacke in Spezialfahrzeugen. Und für den Großbehälterbauer IAG, der inzwischen abgewickelten Tochter der Georgsmarienhütte-Holding, organisierte Nosta spektakuläre Schwertransporte. Seit knapp zehn Jahren betreibt Nosta die Umschlaganlage (Bahn/Lastwagen) in der ehemaligen Kaserne am Osnabrücker Hafen.

Als Gründer Thomas Gallenkamp um die Jahrtausendwende schwer erkrankte, führte seine Frau Andrea das Unternehmen zusammen mit den Geschäftsführern weiter. Seit 2017 ist ihr Sohn Nicolas Gallenkamp dabei. Er arbeitete nach dem Abitur zunächst „an der Rampe“, wie er selbst sagt. Er lernte die Jobs im Lager kennen, machte ein Praktikum bei einem Seefracht-Unternehmen in den USA, studierte International Business, lernte Chinesisch, lebte acht Monate in Schanghai – ehe er mit 32 Jahren in die Geschäftsführung einstieg.

40 Standorte hat Nosta aktuell, darunter in Osnabrück, Ladbergen, Melle, Georgsmarienhütte, Stadthagen, Borghorst und Ibbenbüren. In der Region Osnabrück arbeiten 344 Menschen für Nosta.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN