„Focus“ Regionen-Ranking 2018 Stadt und Landkreis Osnabrück verlieren an Attraktivität

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Im Regionen-Ranking des „Focus“ hat die Stadt Osnabrück im Vergleich zu 2015 an Boden verloren. Foto: Michael GründelIm Regionen-Ranking des „Focus“ hat die Stadt Osnabrück im Vergleich zu 2015 an Boden verloren. Foto: Michael Gründel

Osnabrück/Meppen. Wo lässt es sich gut leben? Wo lassen sich Firmen nieder und schaffen Jobs? Wo ist es sicher und die Infrastruktur gut? Im aktuellen Regionen-Ranking des „Focus“ haben Stadt und Landkreis Osnabrück an Boden verloren. Besonders stark sackte das Emsland ab, verweist Städte und Landkreise wie Osnabrück und Oldenburg aber immer noch deutlich auf die Plätze.

Die Stadt Osnabrück verlor in dem bundesweiten Vergleich massiv an Boden und landete nur noch auf Platz 277 – nach dem 204. Platz im Jahr 2015. Der Landkreis Osnabrück liegt auf Platz 259 (2015: 243), die Grafschaft Bentheim auf dem 216. Platz (230). Das Emsland verlor besonders viele Plätze: Es belegt nun Platz 192 von 401 bewerteten Kreisen und kreisfreien Städten. 2015 hatte der Kreis noch den 98. Platz innegehabt. Allerdings flossen diesmal andere Kriterien ein als 2015.

401 Städte und Landkreise ausgewertet

Für das „Focus“-Ranking über die Wirtschaftsstärke von 401 zu bewertenden Landkreisen und kreisfreien Städten ließ das Magazin den Kölner Sozialforscher Wolfgang Steinle mit seinem Team Millionen Daten recherchieren. Sie bewerteten 21 Indikatoren in fünf Kategorien: Wachstum und Job, Firmengründungen, Produktivität und Standortkosten, Einkommen und Attraktivität sowie Lebensqualität.

Schlechter Platz bei Lebensqualität für Osnabrück

Die Stadt Osnabrück punktet bei Einkommen und Attraktivität. In dieser Kategorie belegt sie Platz 90. In der Kategorie Lebensqualität schneidet sie am schlechtesten ab. Hier reicht es nur für den 362. Platz – weit hinter dem Emsland (306), Stadt (262) und Landkreis Oldenburg (265) und Münster (201).

Im Vergleich zum Ranking 2015 verlor die Stadt massiv: Damals hatte sie den 204. Gesamtplatz erreicht.

Stadt Osnabrück: Platz 277 (2015: 204)

  • Wachstum und Jobs: 317
  • Firmengründungen: 158
  • Produktivität und Standortkosten: 344
  • Einkommen und Attraktivität: 90
  • Lebensqualität: 362

Landkreis Osnabrück vor der Stadt

Der Landkreis Osnabrück schneidet in dem Ranking besser ab als die kreisfreie Stadt Osnabrück. Insgesamt reicht es für den 259. Platz. 2015 hatte der Landkreis noch den 243. Gesamtrang erreicht.

Das beste Ergebnis erzielte der Landkreis in der Kategorie Wachstum und Jobs (142), das schlechteste in der Kategorie Lebensqualität (325).

Landkreis Osnabrück: Platz 259 (2015: 243)

  • Wachstum und Jobs: 142
  • Firmengründungen: 289
  • Produktivität und Standortkosten: 263
  • Einkommen und Attraktivität: 193
  • Lebensqualität: 325

Blick zu den Nachbarn

Landkreis Emsland: Platz 192 (2015: 98)

  • Wachstum und Jobs: 122
  • Firmengründungen: 230
  • Produktivität und Standortkosten: 66
  • Einkommen und Attraktivität: 271
  • Lebensqualität: 306

Stadt Oldenburg: Platz 235 (2015: 273)

  • Wachstum und Jobs: 326
  • Firmengründungen: 18
  • Produktivität und Standortkosten: 362
  • Einkommen und Attraktivität: 185
  • Lebensqualität: 262

Landkreis Oldenburg: Platz 219 (2015: 233)

  • Wachstum und Jobs: 100
  • Firmengründungen: 294
  • Produktivität und Standortkosten: 269
  • Einkommen und Attraktivität: 174
  • Lebensqualität: 265

Stadt Bielefeld: Platz 259 (2015: 237)

  • Wachstum und Jobs: 247
  • Firmengründungen: 169
  • Produktivität und Standortkosten: 330
  • Einkommen und Attraktivität: 218
  • Lebensqualität: 248

Münster: Platz 169 (2015: 170)

  • Wachstum und Jobs: 290
  • Firmengründungen: 181
  • Produktivität und Standortkosten: 192
  • Einkommen und Attraktivität: 48
  • Lebensqualität: 201

Grafschaft Bentheim: Platz 216 (2015: 230)

  • Wachstum und Jobs: 59
  • Firmengründungen: 247
  • Produktivität und Standortkosten: 135
  • Einkommen und Attraktivität: 336
  • Lebensqualität: 315

Landkreis Cloppenburg: Platz 199 (2015: 221)

  • Wachstum und Jobs: 78
  • Firmengründungen: 197
  • Produktivität und Standortkosten: 158
  • Einkommen und Attraktivität: 289
  • Lebensqualität: 298

Landkreis Leer: Platz 242 (2015: 196)

  • Wachstum und Jobs: 383
  • Firmengründungen: 31
  • Produktivität und Standortkosten: 95
  • Einkommen und Attraktivität: 321
  • Lebensqualität: 331

Landkreis Vechta: Platz 141 (2015: 89)

  • Wachstum und Jobs: 120
  • Firmengründungen: 132
  • Produktivität und Standortkosten: 70
  • Einkommen und Attraktivität: 230
  • Lebensqualität: 261

Starker Süden

Die vorderesten Plätze teilen die Landkreise und Städte im Süden Deutschlands weitgehend unter sich auf, stark sind insbesondere die Bayern. Der Landkreis München ist in dem Ranking an der Spitze (2015 Platz 4), die Landeshauptstadt ist auf dem 44. Platz (41). Das bayerische Ebersberg belegt den zweiten Platz (40). Tuttlingen in Baden-Württemberg liegt auf Platz drei (9).

Schwacher Osten

Viele der hintersten Plätze verteilen sich hingegen auf die neuen Bundesländer. Besonders schlecht schneidet Sachsen-Anhalt ab. Der beste Platz der 14 Kommunen geht an den Saalekreis mit Platz 285. Sechs Gemeinden liegen auf den Plätzen 390 bis 401 – auch der letzte Platz geht in das Bundesland. Der Salzlandkreis belegt in der Rangliste den 401. und damit letzten Platz. Dessau-Roßlau liegt auf Platz 399, Halle (Saale) auf 398, Anhalt-Bitterfeld auf 393.


Das Ranking des „Focus“

Für das Ranking recherchierte der Kölner Forscher Wolfgang Steinle mit seinem Team für den „Focus“ Millionen Daten. Insgesamt erfasste er 21 Indikatoren, verteilt auf fünf Kategorien:

Wachstum und Jobs: Wirtschaftsleistung (BIP), Arbeitslosenquote; berücksichtigt wurden aktuelle Werte sowie die Entwicklung über mehrere Jahre

Firmengründungen: Gewerbeanmeldungen, Saldo der An- und Abmeldungen, Verfügbarkeit und Verbreitung von schnellem Internet mit mindestens 50 Mbit/s

Produktivität und Standortkosten: Wertschöpfung der Angestellten (BIP je Erwerbstätigenstunde), Steuerbelastung der Betriebe (Gewerbesteuersatz)

Einkommen und Attraktivität: Höhe der Arbeitsentgelte und Haushaltseinkommen, Wanderungssaldo aus Zu- und Wegzügen

Lebensqualität: Sicherheit (gemessen an Straßenkriminalität, Wohnungseinbrüchen), Nachwuchs (Arbeitskräftepotenzial der 10- bis unter 25-Jährigen), Gleichbehandlung von Frauen und Männern bei Löhnen, Risiko der Altersarmut (Quote der Empfänger von Grundsicherung ab 65), Gesundheit (gemeldete Krankheitstage), Infrastruktur (kommunale Steuereinnahmen), nachhaltige Trinkwasserqualität (Nitratgehalt im Sickerwasser)

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