Narren geben Rathausschlüssel ab Osnabrücker Karnevalisten ziehen positives Fazit der Session

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Osnabrück. Die Narren haben „Bürger Wolfgang“ am Dienstagmorgen den Rathausschlüssel zurückgegeben. Damit ist das vorübergehend entmachtete Stadtoberhaupt wieder „Oberbürgermeister Griesert“.

Die traditionelle Zeremonie am „Veilchendienstag“ nutzte René Herring, Präsident des Bürgerausschusses Osnabrücker Karneval (BOK), um ein positives Fazit der Session zu ziehen. Dem stimmte Stadtprinzessin Gaby I. (Rittmeister) zu. Dennoch gibt es einen wunden Punkt: die im Vergleich zum Vorjahr erneut gesunkenen Besucherzahlen am Ossensamstag.

„Der Saalkarneval in Osnabrück lebt – fast jeder Saal war ausverkauft“, betonte Herring in seiner Ansprache. Im Gespräch mit unserer Redaktion bekräftigte er später: „Wir haben gemerkt, dass die Säle wieder voller werden. Die Leute haben wieder mehr Spaß am Karneval als früher.“

Auch mit dem Ossensamstag sei das Präsidium des BOK „bestens zufrieden“, betonte Herring, der darauf hinwies, dass es in diesem Jahr vom Osnabrücker City-Marketing und von der Osnabrück-Marketing-und-Tourismus-GmbH (OMT) keine finanzielle Unterstützung gegeben habe. Trotz der daraus resultierenden Finanzprobleme sei der Straßenkarneval gut gelaufen – dank der Unterstützung von Sponsoren und auch von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU).

Der Vergleich mit dem Hüttensonntag

„Reden wir nicht über Zuschauerzahlen“, sprach Herring diese selbst an. Die Polizei hatte am Straßenrand 12.000 bis 15.000 Narren gezählt. Und ohne Namen zu nennen, wetterte Herring: „Bei einigen Veranstaltungen im Landkreis wird der Moderator gefragt, und der haut einfach eine Zahl raus.“

Gemeint war natürlich der Hüttensonntag. Fränzi Wagener, früher einmal Osnabrücker Stadtprinz und Vize-BOK-Präsident, war als Vorsitzender des Karnevalsvereins Rot-Weiß-Club (RWC) Georgsmarienhütte ebenfalls von 15.000 Zuschauern ausgegangen und hatte selbstbewusst erklärt: „Der Ossensamstag kann hier nicht mehr mithalten.“

Herring ging später im Gespräch mit unserer Redaktion noch einmal genauer auf das Thema ein. Dabei betonte er, dass beim Hüttensonntag keine Polizei dabei gewesen sei, die offizielle Zahlen hätte nennen können. Und er sah noch einen weiteren Unterschied zwischen Stadt und Landkreis im Umgang mit dem Straßenkarneval: „Ich bin kein Feind von Sicherheitskonzepten, aber hier wird sehr viel reglementiert, was woanders anders gehandhabt wird.“

Für die Narren zählt nach eigener Aussage aber ohnehin die Stimmung. So stellte die Vorjahresmajestät Petra III. (Minneker) über den Ossensamstag fest: „Die, die da waren, hatten einen unglaublichen Spaß – egal, ob es 15.000, 20.000 oder 30.000 Zuschauer waren.“

„Viele Familien mit Kindern“

Und auch Herring habe beim Umzug vom Wagen aus „viele glückliche Familien mit Kindern, aber auch Jugendliche und Ältere“ gesehen, wie er sagte. Bewährt habe sich das seit fünf Jahren praktizierte Konzept, vor der Johanniskirche eine Familienzone einzurichten. Er habe aber auch sonst überall an der Strecke Familien mit Kindern beobachtet – einmal abgesehen vom Bereich am Haarmannsbrunnen.

„Es ist für mich eine tolle Session gewesen“, sagte auch „Bürger Wolfgang“ – beziehungsweise Oberbürgermeister Griesert. Er sei vor allem zum Fan des Kinderprinzenpaares Emma I. (Broxtermann) und  Eric I. (Anozie) geworden. Den Narren dankte er für die „tolle Organisation des Zuges“.

Gaby I. fehlte bei der Schlüsselübergabe zunächst. Mit ihrer Adjutantin Iris Buschermöhle hatte sie noch schnell zum Staubwedel gegriffen, um im Rathaus „Klarschiff“ zu machen. Dann resümierte sie: „Für mich war diese Session vom ersten bis zum letzten Tag wahnsinnig schön, es hat viel Spaß gemacht.“

Besonders in Erinnerung behalten werde sie die Fahrt mit einer Stretchlimousine und natürlich den bunten und fröhlichen Umzug durch Osnabrück. „Der Ossensamstag war herrlich.“ Besonders aufgefallen seien ihr die vielen verkleideten Jecken, die feiernd an der Strecke gestanden hätten. Auch das Kinderprinzenpaar war sich auf Nachfrage einig: „Das Beste an der Session war der Ossensamstag.“


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