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12.02.2018, 15:42 Uhr FLÜCHTLINGSUNTERBRINGUNG

Riesige Herausforderung für Osnabrück

Von Sandra Dorn


Osnabrücks größte Flüchtlingsunterkunft mit 289 Plätzen befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Limbergkaserne. Dort leben fast ausschließlich Männer aus dem Sudan. Archivfoto: David EbenerOsnabrücks größte Flüchtlingsunterkunft mit 289 Plätzen befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Limbergkaserne. Dort leben fast ausschließlich Männer aus dem Sudan. Archivfoto: David Ebener

Osnabrück. Es ist gerade einmal drei Jahre her, dass die Stadt Osnabrück händeringend Raum für die vielen Geflüchteten suchte, die hier ankamen. So gut wie allen deutschen Kommunen ging es so.

Turnhallen wurden hergerichtet, Provisorien vorbereitet – bis die Zahl der Ankommenden mit der Sperrung der Balkanroute sank.

Heute sucht die Stadt wieder nach Unterkünften, doch die Situation ist eine ganz andere – und mindestens ebenso herausfordernd. 4600 Menschen hat Osnabrück aufgenommen und dabei lernen müssen: Benötigt werden keine provisorischen Notunterkünfte, in denen die Geflüchteten für die ersten Wochen ein Dach über dem Kopf haben. Benötigt werden Unterkünfte, in denen sie es zur Not mehrere Monate bis Jahre aushalten können. Nicht, weil es da so gemütlich wäre, sondern weil die Suche nach einer richtigen Wohnung fast aussichtslos geworden ist. Das ist das eigentliche Problem.

Der Wohnungsmarkt ist mittlerweile auch in Osnabrück für Menschen mit geringem Einkommen eine Katastrophe. Ob Alleinerziehende, Langzeitarbeitslose oder Flüchtlinge: Sie alle konkurrieren um die wenigen günstigen Mietwohnungen – was dazu beiträgt, dass die ursprünglich so positive Stimmung den Flüchtlingen gegenüber zu kippen droht. Dies zu verhindern, ist die wahre Herausforderung.


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