Afrikanische Schweinepest Grüne scheitern mit Antrag auf Abschaffung der Trichinengebühr

Von Stefan Buchholz

Wildschweine im Visier: Aktuelle Planungen der Landesregierung sehen eine 50-Euro-Prämie pro Abschuss vor. Foto: Gregor Fischer/dpaWildschweine im Visier: Aktuelle Planungen der Landesregierung sehen eine 50-Euro-Prämie pro Abschuss vor. Foto: Gregor Fischer/dpa

Osnabrück. In jüngsten Sitzung des Gesundheitsausschusses im Landkreis kam es zu Differenzen um die Abschaffung oder Beibehaltung der Trichinengebühr. Hinter der Auseinandersetzung steht die Problematik, welche Strategie am besten ist, der Afrikanischen Schweinepest präventiv zu begegnen.

Die Grünen stellten den Antrag, die sogenannte Trichinengebühr in Höhe von fünf Euro abzuschaffen. Das würde Jäger ermuntern, mehr Wildschweine zu erlegen, so die Überlegung der Grünen.

Argumente dagegen kamen – bis auf AfD und Linke – von den anderen Parteien sowie der Landkreisverwaltung. Der Erlass der Fünf-Euro-Gebühr führe nicht zu einem erhöhten Abschuss der Wildschweine, zeigte sich Veterinärdienst-Leiter Jörg Fritzemeier überzeugt. Aktuelle Planungen der Landesregierung, 50 Euro Prämie pro Abschuss zu zahlen, seien effektiver.

Tatsächlich brauchen die Jäger derzeit auch nicht fünf Euro zahlen, wenn sie neben der Trichinenschau auch noch eine Blutprobe des erlegten Tieres mitbringen, ergänzte Winfried Wilkens. Jede mitgebrachte Blutprobe prämiere man nämlich mit fünf Euro. Würde die Trichinengebühr wegfallen, werde es schwer an Blutproben heranzukommen. Sie braucht es, um schnell und verlässlich zu sagen, ob sich das Tier mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert hat.

Der Antrag der Grünen wurde schließlich mit zwölf Stimmen gegen das Votum von Grünen und der AfD-Vertreterin abgelehnt. Angenommen wurde gegen die zwei Stimmen der Grünen aber ein in der Sitzung formulierter Antrag, dass die Kreisverwaltung auf die Erhebung der Trichinenuntersuchungsgebühr auch schon vor einem eventuellen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest verzichten kann, sobald dies in der seuchenhygienischen Gesamtbewertung ratsam erscheint.

Angesichts der aktuellen Bedrohung durch die Tierseuche und zur Würdigung des Engagements der Jäger bei der Wildschweinjagd, hat der Landkreis Osnabrück kurzfristig entschieden, die diesjährige Schulung für Jäger zur Untersuchung auf Trichinen kostenfrei anzubieten.

Fleisch von erlegten Wildschweinen, Dachsen und anderen Wildtierarten, die Träger von Trichinen sein können, darf erst verzehrt werden, wenn eine amtliche Untersuchung nachgewiesen hat, dass die Tiere frei von Trichinen sind. Sie sind winzige Fadenwürmer, deren Larven sich in der Muskulatur ihrer Wirte einkapseln und nach dem Verzehr auch dem Menschen sehr gefährlich werden können. Die Schulung findet am Mittwoch, 14. Februar, 17 bis 18.30 Uhr, im großen Sitzungssaal des Kreishauses statt. Die Anmeldung zur Schulung unter 0541/5012136,  0541/ 5012153 oder via Mail aubke@lkos.de erfolgen.


Afrikanische Schweinepest

Derzeit grassiert die Seuche bereits an Deutschlands Grenzen. In Polen und Tschechien hat sie die Tierwelt erreicht. Die für den Menschen ungefährliche Afrikanische Schweinepest, verläuft bei Wildschweinen und Hausschweinen tödlich. Da der Virus ausgeschieden wird, besteht eine hohe Ansteckungsgefahr der Tiere. Drastische volks- und betriebswirtschaftliche Verluste hätte ein Übergreifen der Seuche auf den Bestand der Hausschweine. Entsprechend alarmiert sind Jäger, Schweinehalter und die Landkreise. Intensiv arbeite der Fachdienst für Veterinärs-Angelegenheiten des Osnabrücker Landkreises derzeit an einem präventiv angelegten Aktionsplan gegen die Afrikanische Schweinepest.