Ruine am Piesberg Am Osnabrücker Stüveschacht wird jetzt gebaut

Von Markus Strothmann


Osnabrück. Nach langer Vorbereitung haben die Arbeiten am Stüveschachtgebäude am Osnabrücker Piesberg begonnen. Stolze 331.059 Euro kostet der erste Bauabschnitt: Vorige Woche nahmen Vertreter der zahlreichen Förderer das Gebäude in Augenschein.

Vor Kurzem war das Mauerwerk noch von Efeu überwuchert. Dieses ist jetzt fast vollständig entfernt, ein Gerüst umgibt das Schachtgebäude ringsherum und auf ganzer Höhe. Erstmals sieht das Grundstück am Lindholzweg so richtig nach Baustelle aus. „Wenn die nächste Woche frostfrei ist, wird gemauert“, so Franz Heidemann, erster Vorsitzender des Fördervereins Stüveschacht. Neben den Förderern dankte er besonders seinem Vereinsfreund und zweiten Vorsitzenden, dem Architekten Markus Wiekowski.

Als erste Baumaßnahme nach Entfernung des Efeus werden die Mitarbeiter der Firma Paetzke die Mauerkrone instandsetzen und im Anschluss einen Ringbalken aus Beton verlegen. Dieser wird schließlich das Tonnendach tragen, dessen Montage im dritten Bauabschnitt erfolgt.

Viele Sponsoren gefunden

Franz Heidemanns Beharrlichkeit sei es zu verdanken, dass die Sache überhaupt erst ins Rollen gekommen ist, wie die Vertreter der Förderer am Freitag übereinstimmend erklärten. Bürgermeister Burkhard Jasper (CDU) dazu: „Angesichts der Haushaltslage der Stadt schien die Idee zuerst nicht naheliegend, viel Geld in eine Ruine zu investieren.“ Doch der Förderverein fand weitere Sponsoren, darunter die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Stiftung der Sparkasse Osnabrück, die Niedersächsische Bingo-Umwelt-Stiftung und andere.

Da die Vertreter der Geldgeber vor Ort versammelt waren, nutzte Franz Heidemann die Gelegenheit, um deren Kenntnis des geförderten Projekts zu vertiefen. „Im Stüveschachtgebäude befanden sich zwei Wasserhaltungsmaschinen mit je 650 PS, die größten ihrer Art“, erklärte Heidemann, „trotz seiner beeindruckenden Größe ist das Gebäude nur ein kleiner Teil der Stüveschachtanlage.“ Die denkmalgeschützten Gebäude und Anlagen der ehemaligen Steinkohlenzeche und des Steinbruchs bildeten einen besonderen Wert. Zum krönenden Abschluss des Besuchs stieg die ganze Gruppe hoch auf das Gerüst und konnte so die voranschreitenden Arbeiten aus nächster Nähe begutachten – selbstverständlich vor herabfallenden Objekten durch Helme geschützt.

Im zweiten Bauabschnitt steht die Sicherung der Schächte an, eine Außentreppe für einen barrierefreien Zugang wird angelegt. Voraussichtlicher Kostenpunkt: 45.000 Euro, die Mittel sind beantragt. „Auch für die Dachfinanzierung über 110.000 Euro habe ich schon positive Signale vernommen“, so Franz Heidemann. Die Montage des Dachs soll 2021 abgeschlossen sein.