Landkreis definiert Ziele bis 2022 Neues Konzept soll Integration im Kreis Osnabrück erleichtern

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Das neue Konzept für „Migration und Integration im Landkreis Osnabrück von 2018 bis 2022“ soll die Integration im Landkreis Osnabrück erleichtern. Foto: Jörn MartensDas neue Konzept für „Migration und Integration im Landkreis Osnabrück von 2018 bis 2022“ soll die Integration im Landkreis Osnabrück erleichtern. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Der Landkreis Osnabrück hat im Dialog mit Ehrenamtlichen, Experten, Unternehmen, Kammern, Bildungsträgern und Kommunen ein neues Integrationskonzept bis zum Jahr 2022 erarbeitet. Mit großer Mehrheit beschloss der Bildungsausschuss das Konzept. Nur die AfD lehnte es ab.

Im Zentrum des neuen Konzepts mit dem Namen „Migration und Integration im Landkreis Osnabrück von 2018 bis 2022“ stehen neun Handlungsfelder: Aufenthalt, Wohnen, Sprache, Bildung, Arbeit, Gesundheit, Teilhabe, Aktive Zivilgesellschaft und Management. Jedes Handlungsfeld besteht aus einem Leitsatz und Herausforderungen, „die in messbare Ziele und überprüfbare Maßnahmen unterteilt sind“, wie es in dem 19-seitigen Konzept heißt. Der Landkreis erkannte, dass das bisherige Konzept angepasst werden musste, weil etwa die Sprachförderung für Kinder und Erwachsene einen intensiveren Einsatz und eine bessere Koordination sowie Kooperation der beteiligten Akteure notwendig machen. „Viele Herausforderungen unterscheiden sich nicht wesentlich von den Bedarfen aller Menschen in unserer Gesellschaft – betreffen aber insbesondere Neuzugewanderte mit ungleich höherer Intensität“, wird in dem Konzept herausgestellt.

Sprachförderung zentral koordinieren

Die Sprachbildung und Sprachförderung im Landkreis soll zentral geplant und koordiniert werden. Ein möglichst bald nach Einreise beginnender Spracherwerb wird als „Voraussetzung für den Integrationserfolg“ definiert. Damit bestehende Angebote aufeinander aufbauen können, hat der Landkreis ein Konzept für eine durchgängige Sprachbildung und -förderung entwickelt. Ziel ist es, außerschulische Sprachangebote in Zusammenarbeit mit der Landesschulbehörde durch schulische Regelangebote abzulösen.

Für Kinder aus zugewanderten Familien soll die Volkshochschule ein individuelles Angebot zum Spracherwerb in Kitas entwickeln. Bundes- und Landesmittel sollen durch Landkreismittel zur Sprachbildung in Kitas aufgestockt werden. Die Koordinierungsstelle Sprachbildung und Sprachförderung sowie der Fachdienst Jugend sollen die Programme koordinieren und die Umsetzung der Programme überprüfen. Für die Koordinierung von Integrations- und Berufssprachkursen ist das Migrationszentrum der Maßarbeit zuständig.

Mehr bezahlbarer Wohnraum

Um angemessenen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, will der Landkreis „ein Augenmerk auf bezahlbaren Wohnraum legen, der allen Menschen gleichberechtigt zur Verfügung steht und dessen Angebot es zu steigern gilt“. Auf Basis des Wohnraumversorgungskonzepts sollen die kreisangehörigen Kommunen die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. Der Landkreis bietet zur Unterstützung eigenes „Know-how“ an. So sollen durchmischte Quartiere von Menschen mit Migrationshintergrund und Deutschen die Integration erleichtern.

Sozial- und Christdemokraten lobten das Konzept – auch weil konkrete Institutionen benannt wurden, die für die Umsetzung der Ziele verantwortlich sind. Andreas Maurer (Linke) bezweifelte, dass die hehren Ziele bis 2022 wirklich umgesetzt werden. Tanja Bojani (AfD) lehnte das Integrationskonzept ab, weil es Flüchtlinge — die Rechtspopulistin nannte sie abfällig pauschal „Asylanten“ — gegenüber Deutschen bevorzuge.


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