Feingliedrige Einheit Bandprojekt 5live tobte sich im Osnabrücker Blue Note aus

Von Tom Bullmann

Furios und virtuos: das Bandprojekt 5live mit Henrik Freischlader (links) und Tommy Schneller.

            

              
                Foto: Swaantje HehmannFurios und virtuos: das Bandprojekt 5live mit Henrik Freischlader (links) und Tommy Schneller. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Eine dynamische Melange aus Blues, Swing und Soul kredenzte das Quintett 5live, das sich möglicherweise vom Publikum verabschiedet.

Schon beim ersten Song ist sie spürbar, diese Spielfreude. In Verbindung mit großer Lust an der Improvisation und blindem Vertrauen auf die Rückendeckung der Kollegen wird die Musik dieser Band zum Genuss. Hier musizieren Menschen, die sich gefunden haben. Jeder für sich ist ein Spezialist. Und doch passen sie so gut zusammen, dass die Musik zu einer feingliedrigen Einheit wird.

Die Rede ist von 5live, einem Projekt, das vor zehn Jahren mit einer Session startete. Es traf Bluesgitarrist Henrik Freischlader auf den Saxophonisten Tommy Schneller, unterstützt von dem Bassisten Olli Gee, dem Schlagzeuger Mickey Neher und Keyboarder Moritz „Mo“ Fuhrhop. In dieser Besetzung, allerdings mit Roman Babik an den Tasten, trat das Fünfergespann jetzt im Blue Note auf – zu seinem vielleicht letzten gemeinsamen Konzert. Denn es lassen sich kaum Auftritte arrangieren, weil alle einzelnen Musiker mit ihren eigenen Bands genug zu tun haben. Schade, denn da wird dem Publikum wirklich etwas vorenthalten.

Vom dynamischen Swing über einfühlsamen Blues bis zum funkigen Rhythm’n’Blues reicht die stilistische Palette, auf der sich das Quintett austobt. Gerne lassen die Musiker laute und leise Passagen aufeinanderfolgen und gerade in dezent dahin gehauchten Tonläufen zeigt sich ihre wahre Meisterschaft. Freischlader, Neher und Schneller wechseln sich am Mikrofon ab, wenn es gilt, Eigenkompositionen oder Klassiker zu singen. Nachdem alle Bandmitglieder mit ausgiebigen Solodarbietungen und furiosen Instrumentalduellen Zeugnis ihrer Virtuosität abgelegt haben, darf Neher beim Song „Lonely Town, Lonley Street“, im Original von Bill Withers, ein Schlagzeugsolo spielen. Wie er die Trommeln da mit einem Klöppel bearbeitet, während er mit der anderen Hand mittels eines Shakers einen Groove erzeugt, ist schlichtweg faszinierend.

Mit einem langsamen Blues als Zugabe verabschiedet sich dieses Bandprojekt vom Publikum. Und es sind bestimmt nicht wenige unter den Zuschauern, die sich wünschen, dass es irgendwann doch mal zu einer Revitalisierung dieser Ausnahmegruppe kommt.