Mit Gossensprache und Gesang Senna Gammour macht auf Liebeskummer-Coach in Osnabrück

Von Uta Biestmann-Kotte

Auf Tuchfühlung: Senna Gammour kommt ihren Fans ganz nah. Foto: Michael GründelAuf Tuchfühlung: Senna Gammour kommt ihren Fans ganz nah. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Mit ihrem Debüt-Programm „Liebeskummer ist ein Arschloch!“ sorgte Sängerin und Instagram-Queen Senna Gammour am Donnerstag für Kreischalarm im gut besuchten Europa-Saal der Osnabrückhalle. 

Sie zieht ihr gut dreistündiges Programm ohne Pause durch, ist quirlig und dabei ziemlich laut. Mit ihrem Debüt-Programm „Liebeskummer ist ein Arschloch!“ sorgte Senna Gammour am Donnerstag im gut besuchten Europa-Saal der Osnabrückhalle bei ihren Fans und Followern für Kreischalarm. 

Comedy? Popshow? Liebeskummer-Coaching im Twitter-Format? Die Bühnendeko aus zwei rosafarbenen Leinwänden mit comic-bunten Einhörnern, Regenbogen und Kussmündern gab jedenfalls die Grundatmosphäre des Abends vor: quietschig und kreischig. Dabei machte die 38-jährige Senna Gammour, als frühere Monrose-Sängerin ebenso populär wie als Social-Media-Queen auf Facebook oder Instagram, ganz auf große Schwester ihrer überwiegend weiblich-jugendlichen Fans. „Ist er gut zu dir, Schatzi?“, rief sie einem der Mädels zu, erkundigte sich, wer an „Hardcore-Liebeskummer“ leidet oder überreichte einer vom Liebesleid geplagten jungen Frau eine Beauty-Geschenktasche. Darüber hinaus war zu erfahren, wie frau sich beim Schwarzfahren verhält oder wie peinlich es ist, in der Apotheke Medikamente für die „Pussy“ zu ordern. Die Quintessenz des Abends aber lautete: „Der perfekte Partner im Leben holt den besten Menschen aus dir raus.“ 

Diese spezielle Mischung aus Gossensprache, eingestreuten Gesangseinlagen und Kalenderweisheiten traf voll den Nerv des Publikums. Zentrales Thema des Abends aber war der titelgebende Liebeskummer. Und da mutierte Gammour zur Expertin, die aus eigenen Erfahrungen schöpfte. Ihre Beschreibung frischer Verliebtheit bis zum Absturz in „Ich hasse das Leben“-Tiefen wirkte durchaus authentisch. Daneben wurde das Fünf-Phasen-Modell des bekannten „Bravo“-Dr-Sommer-Teams auf sieben erhöht. Passend zu dessen finaler „Königsdisziplin“ Selbsterkenntnis, verabschiedete Senna Gammour denn auch ihr „krasses“ Osnabrücker Publikum: „Ihr seid Königinnen! Also lasst euch nie mehr schlecht behandeln.“