Ausschuss hat getagt Kultur in Osnabrück: Heiter oder Kentern mit Ansage?

Von Ralf Döring

Problemzone: Wie lange können die Proberäume am Limberg noch existieren? Kulturpolitik und -verwaltung erkennen zwar das Problem. Aber konkrete Lösungsansätze fehlen noch. Foto: David EbenerProblemzone: Wie lange können die Proberäume am Limberg noch existieren? Kulturpolitik und -verwaltung erkennen zwar das Problem. Aber konkrete Lösungsansätze fehlen noch. Foto: David Ebener

Osnabrück. Die Museen spüren Morgenluft, die Musikszene treibt die Sorge um Proberäume um: Diese beiden Extreme haben die jüngste Sitzung des Kulturausschusses geprägt.

Sonnig bis euphorisch kann man derzeit die Witterung in der Osnabrücker Museumslandschaft nennen. Und als auf der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses Kulturdezernent Wolfgang Beckermann dem neuen Leiter des Schölerbergmuseums, Norbert Niedernostheide, den Arbeitsvertrag nebst Blumenstrauß zu überreicht, scheint die Sonne der Kultur gleich noch ein bisschen strahlender. Die Ausblicke von Schölerbergmuseum, Museumsquartier und Kunsthalle aufs kommende Jahr werden zu wahren Quellen der Freude, die sich zu einem munter sprudelnden Strom durch die Kulturlandschaft vereinen. Dazu eine neue Pressesprecherin am Schölerberg und gleich drei neue Stellen im Museumsquartier: wenn das keine Gründe für grenzenlosen Kulturoptimismus ist.

Personalunion an der Kunsthalle

Auch Julia Draganovic, die Leiterin der Kunsthalle, stimmt ins freudige Lied ein, dankt für die volle Stelle, die ihre Mitarbeiterin Christel Schulte mit Beginn des Jahres endlich innehat. Da geht fast unter, als sie von der „Personalunion“ spricht, die ihre Arbeit prägt: Kuratorin, Leiterin, Fachbereichsleitung – eine derartige Aufgabenballung konnte Nils-Arne Kässens, der Leiter des Museumsquartiers, gerade auflösen. Immerhin weiß Beckermann, wie „knapp bemessen“ die Ressourcen sind und wie „enorm der Output“, und dass dies alles „gelingt, weil Frau Draganovic und Frau Schulte ein tolles Netzwerk pflegen.“

Problembereich Proberäume

Tatsächlich droht die städtische Kulturlandschaft in einem ganz anderen Segment zur versteppen. Der Stadt könnten die Proberäume ausgehen. Immerhin hat der Ausschuss das Problem als dringlich erkannt und bereits in der letzten Sitzung eine Bestandsaufnahme seitens der Verwaltung eingefordert: Wie lange kann die Limberg-Kaserne noch genutzt werden, welche Alternativen gibt es generell? Gerade die erste Frage betreffe viele Fachbereiche, was die „verwaltungsinterne Abstimmung“ aufwendig mache, sagte Beckermann. Deshalb wird der Bericht der Verwaltung erst zur Ausschusssitzung im April vorliegen. Fest stehen dürfte jedenfalls, dass am Limberg bis April keine Gefahr droht. Und dann? Angesichts des Zeitdrucks klingt es nach Zweckoptimismus, wenn der Ausschussvorsitzende Sebastian Bracke meint, man könne „zeigen, dass Politik und Verwaltung vorausschauend handeln“. Derzeit erinnert die Situation an ein Kentern mit Ansage –man kann sich auf eine Rettung aus hoher Not einstellen. (Weiterlesen: Fehlen bald die Proberäume in Osnabrück?)

Etwas lässiger darf der Ausschuss hingegen mit dem Liebesschlösser-Ei von Volker Johannes Trieb umgehen: Das kann kommen oder auch nicht. Hauptsache, es werden keine Bäume dafür geopfert, und kosten darf es auch nichts. Zumindest kein öffentliches Geld.