Neue Spur für Osnabrücker Radler Ausschuss macht Weg frei für geschützten Radweg

Von Dietmar Kröger

Die westliche Seite des Heger-Tor-Walls in Osnabrück soll im Sommer saniert werden. Für Radfahrer wird es dort vielleicht Osnabrücks erste Protected Bike Lane geben. Foto: Michael GründelDie westliche Seite des Heger-Tor-Walls in Osnabrück soll im Sommer saniert werden. Für Radfahrer wird es dort vielleicht Osnabrücks erste Protected Bike Lane geben. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Sollte sich an der mehrheitlichen Zustimmung zu einer geschützten Fahrspur durch SPD, Grüne, UWG und FDP im Stadtentwicklungsausschuss im Rat nichts ändern, wird Osnabrück wohl noch in diesem Jahr ein ganz neues Radwegmodell bekommen.

Die westliche Fahrbahn des Walls zwischen Dielingerstraße und Katharinenstraße ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden. Die Verwaltung will die Chance ergreifen und auf diesem Teilstück zwischen Haus-Nr. 22 und der Einmündung Katharinenstraße einen baulich von der Fahrbahn gesicherten 3 bis 3,25 Meter breiten Radweg, eine sogenannte protected bike lane, anlegen. Die Maßnahme habe einen „hohen Symbolwert“ für die Osnabrücker Radfahrer, unterstrich Michael Kopatz (Grüne). Sie signalisiere die Wertschätzung der Stadt für die Radler, vor allem auch mit Blick darauf, dass diese Spur möglichst über den gesamten Wall fortgesetzt werden solle.

Zukunftsfähiger Radweg

Und auch Heiko Panzer (SPD) sah in einer baulich getrennten Fahrspur einen „zukunftsfähigen Radweg“, der denjenigen, die bislang aus Sicherheitsgründen auf das Rad verzichteten, zeigen könne, dass sich ein Umsteigen lohne. Beifall bekam diese in Deutschland noch kaum verbreitete Lösung des Radwegebaus auch von der FDP. „Wir können das Mobilitätsverhalten nur ändern, wenn wir das Radfahren sicherer machen“, so Thomas Haarmann für die Liberalen. Haarmann regte an, beim Bau der Spur „nicht zu kleckern, sondern zu klotzen“ und die Radfahrbahn zusätzlich durch eine markante Farbe kenntlich zu machen. Zudem lobte er, wie schon seine Vorredner die „hervorragende“ Vorlage der Verwaltung, die als Alternative zur „protected bike lane“ auch die sogenannte Variante „ERA+“ darstellte.

Sieben Parkplätze entfallen

Für diese mit 180 000 Euro etwa 95 000 Euro günstigere Variante sprach sich für seine CDU-Fraktion Marius Keite aus. Die CDU gehöre ebenfalls zu denjenigen, die den Radverkehr stärken wollten, so Keite. Eine Entscheidung für die einen Verkehrsteilnehmer dürfte aber die anderen nicht unverhältnismäßig belasten. Hier habe seine Fraktion Zweifel, zumal mit der ERA+-Variante die Radfahrer ebenfalls effektiv geschützt werden könnten. Dieser Radweg ist schmaler, nicht baulich von der restlichen Fahrbahn abgegrenzt und lässt noch die Nutzung von Parkstreifen zu. Die geschützte Fahrspur hingegen ist 3 bis 3,25 Meter breit und durch eine Asphaltdecke besonders langlebig. Wegen der baulichen Abtrennung entfallen Parkplätze, auf dem zur Rede stehende Teilstück am Wall sieben.

Steffen Grüner sah für den Bund Osnabrücker Bürger (BOB) bei geschützten Spur die Bildung einer Rettungsgasse gefährdet. Bäume müssen, anders als Grüner zunächst vermutet hatte, für den neuen Radweg nicht fallen.

Während geschützte Fahrspuren in Deutschland noch wenig verbreitet sind, werden sie in den USA bereits flächendeckend in vielen Städte gebaut. Daran erinnerte Jens Meier (Grüne), für den der Wall die größte Schwachstelle in „unserem Radsystem“ ist. „Wir haben hier endlich etwas zielführendes für die Stadt auf den Weg gebracht“, sagte Wulf-Siegmar Mierke, der sich für eine möglichst zügige Verlängerung der protected bike lane entlang des Walls aussprach. Den Ball nahm Stadtbaurat Frank Otte gerne auf, der zusagte zeitnah eine Erweiterung zu prüfen.