Ein Friedhofstag als Pilotprojekt? Osnabrücker Bürgerverein setzt auf Bürgerengagement

Von Jann Weber

Vor dem Pilotprojekt: Damit es auf dem Nahner Friedhof überall schön ist, schlägt der Nahner Bürgerverein einen Friedhofstag vor – einmal im Jahr und mit Unterstützung des Osnabrücker Servicebüros. Foto: Archiv/David EbenerVor dem Pilotprojekt: Damit es auf dem Nahner Friedhof überall schön ist, schlägt der Nahner Bürgerverein einen Friedhofstag vor – einmal im Jahr und mit Unterstützung des Osnabrücker Servicebüros. Foto: Archiv/David Ebener

Osnabrück. Beginnt in Nahne eine neue Tradition? Das Bürgerforum beschäftigte sich mit der Idee für einen Friedhofstag zur Grünpflege. Und Eltern fordern weiterhin ein Ganztagsangebot an der Grundschule.

In Nahne treffen sich seit vier Jahrzehnten engagierte Bürger zu einem Putztag in ihrem Stadtteil. Und in ganz Osnabrück steht im März der siebte Stadtputztag bevor. Wie wäre es, außerdem einen Friedhofstag einzuführen? Dann könnten sich Bürger an einem Tag im Jahr auf den Gottesäckern zur Grünpflege treffen. Und vielleicht könnte die Stadt sie mit den nötigen Hilfsmitteln ausstatten. Die Idee kam aus dem Nahner Bürgerverein, berichtete dessen Vorsitzende Annegret Gutendorf. Wer genauer nachfragt, erfährt, dass sie auch die Urheberin des Gedankens ist. Bereits vor dem Bürgerforum hatte sie Eva Güse von der Friedhofsverwaltung vorgeschlagen, dass ein solcher Friedhofstag in Nahne geprobt werden könnte. Im Bürgerforum berichtete sie: „Die Igis [Interessengemeinschaft Iburger Straße] würde das unterstützen.“

„Gerne ruft die Friedhofsverwaltung zu einem Friedhofstag auf“

Auch den Oberbürgermeister hat Annegret Gutendorf auf ihrer Seite: „Eine gute Idee“, fand er. In der Zwischenzeit hat sich der Osnabrücker Servicebetrieb mit einem möglichen Pilotprojekt beschäftigt. Hans Schröder trug im Bürgerforum vor: „Gerne ruft die Friedhofsverwaltung zu einem Friedhofstag auf, zunächst zur Erprobung in Nahne.“ Aus sicht des OSB sollten „auf jeden Fall“ auch Vereine, Kirchen und andere Akteure einbezogen werden. Und: „An einem Friedhofstag könnte auch dazu aufgerufen werden, dass sich Grabnutzer bei der Verwaltung melden, wenn Unterstützung bei der Grabpflege gewünscht wird.“

Mit Lücken zwischen den Gräbern auf dem Nahner Friedhof hatten sich der Bürgerverein und der Osnabrücker Servicebetrieb offenbar unabhängig voneinander beschäftigt – und sind zu dem gleichen Ergebnis gekommen: Die Friedhofsverwaltung will Lücken schließen, indem sie Erdwahlgrabstätten bevorzugt in zentralen Bereichen der Friedhöfe vergeben will. Sie sollen nicht „in unberührtem Boden“ neu angelegt werden. Damit erfüllt die Friedhofsverwaltung einen Wunsch des Nahner Bürgervereins. Der Hintergrund ist, dass Bürger zunehmend Urnengräber vorziehen und die Friedhöfe daher weniger Flächen benötigen.

Franz-Hecker-Schule will Antrag für Ganztagsbetreuung stellen

Viele Nahner Eltern wünschen sich seit langer Zeit eine Ganztagsbetreuung für ihre Kinder an der Franz-Hecker-Schule. Dieses Mal hakten Frank Rebscher und Jörg Tiemann nach. Leif Thomsen, Lehrer an der Grundschule, überbrachte im Namen der Schulleitung zumindest die Aussicht auf eine gute Nachricht: Spätestens zum 1. Dezember will die Grundschule einen Antrag stellen, um Ganztagsangebote möglich zu machen. Dennoch müssen sich die Eltern weiter gedulden. Andrea Butke vom städtischen Fachbereich „Bildung, Schule und Sport“ teilte mit, dass eine „Umwandlung zu 2019 organisatorisch, planerisch und baulich nicht umsetzbar sein wird“. Gleichwohl engagiert sich die Stadt für weitere Ganztagsangebote – mit „viel Geld und viel Gehirnschmalz“, wie es Oberbürgermeister Griesert formulierte. Aber: „Wichtig ist, dass die Schulen mitmachen.“ Denn die müssen jeweils eigene Anträge auf Ganztagsangebote stellen.

Autos durch einen Nahner Vorgarten

Ob auf dem Bröckerweg, auf der Straße Am Funkturm oder vor der Grundschule: Dort ärgern sich Anwohner täglich über zu schnelle Autos. Was tun? Eine Tempo-30-Zone, wie ihn Anwohner des Bröckerweges fordern, kommt für die Stadt nicht in Betracht – unter anderem, weil dann die Busse der Regelung „rechts vor links“ ausgesetzt wären. Vor der Grundschule will die Verwaltung ein Tempo-30-Piktogramm aufbringen. Der Bürgerverein schlägt ein interaktives Display vor. Doch für längst nicht alle Straßen sind Lösungen in Sicht. Eine Anwohnerin verdächtigt Autofahrer aus Sutthausen, dass sie auf ihrem Weg zur Arbeit durch ihren Vorgarten fahren.