Nicht immer rationale Argumente Voll auf Risiko: Diskussion über Feuerwache schlägt Wellen


Osnabrück. Ist der Bau einer zweiten Feuerwache in Osnabrück wirklich unumgänglich? Der Vorstoß des Kommunalberaters Reinhart Richter für eine unvoreingenommene Risikoanalyse hat die Debatte neu entfacht. Insider aus Politik und Wirtschaft beklagen, bei solchen Entscheidungen werde nicht immer auf rationale Argumente gehört.

Acht Minuten sind das Ziel: Wenn ein Wohnhaus brennt, sollen nach der Alarmierung möglichst zehn Einsatzkräfte innerhalb dieses Zeitraums am Brandort sein. In den östlichen Stadtteilen von Osnabrück hat die Feuerwehr eine Sicherheitslücke a

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„Die Gefahr ist nicht abstrakt, die Gefahr ist konkret.“

Die vom Osnabrücker Kommunalberater Reinhart Richter geforderte Risikoabwägung im Zusammenhang mit dem geplanten Bau einer zweiten Feuerwache beschäftigte auch den Ausschuss für Feuerwehr und Ordnung. Stadtbaurat Frank Otte erklärte dazu, die Diskussion müsse auf anderer Ebene – im Bund oder Land – geführt werden. Schließlich gehe es dabei um einen volkswirtschaftlichen Ansatz.

Feuerwehrchef Dietrich Bettenbrock konnte Richters Argumentation ebenfalls herzlich wenig abgewinnen. „Die Gefahr, die Herr Richter als abstrakt bezeichnet, ist weniger abstrakt, wenn man sich die konkreten Einsätze ansieht.“ Es müsse nicht erst jemand zu Tode kommen – Aufgabe der Feuerwehren sei ja gerade, genau das zu verhindern. Als Beispiele nannte er drei Rettungseinsätze im vergangenen Jahr. In der Schützenstraße etwa retteten die Einsatzkräfte im Oktober drei Verletzte, und bei einem Brand in der Bremer Straße im September wurden sieben Personen mittels Drehleiter in Sicherheit gebracht. Bettenbrock: „Die Gefahr ist nicht abstrakt, die Gefahr ist konkret.“

Einhellige Zustimmung gab es im Ausschuss für die Pläne zum Neubau eines Gerätehauses für die Freiwillige Feuerwehr Neustadt. Die Stadt veranschlagt dafür 2,3 Millionen Euro. „Ich finde es ausgesprochen wichtig, dass die Feuerwehr dort eine gute Ausstattung hat“, sagte der Ausschussvorsitzende Marius Keite (CDU). Für die SPD erklärte auch Anita Kamp: „Wir stehen dahinter“, und für die Grünen bekräftigte Thomas Klein die Unterstützung seiner Fraktion. Stadtbaurat Frank Otte sagte ebenfalls, er halte die Maßnahme „für absolut notwendig“. sdo

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