Frappante Tiefe und Plastizität Neue Ausstellung in der Galerie Kunstgenuss

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Stellen gemeinsam Bilder und Objekte aus: Helle Jetzig und Merle Lembeck. Foto: Hermann PentermannStellen gemeinsam Bilder und Objekte aus: Helle Jetzig und Merle Lembeck. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Arbeiten von Helle Jetzig und Merle Lembeck sind bis zum 15. April in der Galerie Kunstgenuss zu sehen.

Das ist doch nicht New York! Nachdem man sich die typischen amerikanischen Straßeszenen mit den gelben Taxis und riesigen Werbeträgern an den Fassaden der Großstadt angesehen hat, stößt man auf ein Bild mit einem Segelschiff im Vordergrund. Dahinter entdeckt man moderne Architektur, die eindeutig als Elbphilharmonie identifizierbar ist. Das neue Hamburger Wahrzeichen wollte der Osnabrücker Künstler Helle Jetzig wohl unbedingt in seine Kollektion interessanter urbaner Schauplätze aufnehmen, denen er mit seiner speziellen Technik seinen Stempel aufdrückt. Mit Hilfe grafischer Muster und Elemente sowie mit dem Einsatz von Farbeffekten verfremdet er per Siebdruckverfahren seine Fotografien. Die vergrößerten Fotos koloriert Jetzig mit dem Pinsel, bevor er in mühsamer Kleinarbeit bis zu zehn und mehr Lackschichten aufträgt, die den Bildern diese frappante Tiefe und Plastizität verleihen.

Aktuelle Arbeiten von Helle Jetzig sind zurzeit in der Galerie Kunstgenuss zu sehen. Zahlreiche Bilder aus seiner Reihe „New York Reloaded“ tragen seine typische Handschrift. Wie üblich sucht er sich zunächst die Motive mit den gesetzten Brüchen: Fassaden werden von unzähligen Werbebannern, Neonschriften und LED-Newstickern verdeckt. „Bombardierungen heißen den Obama-Besuch willkommen“ ist da auf Englisch zu lesen, derweil direkt um die Ecke eine riesige Tafel für eine neue Staffel von „Game Of Thrones“ wirbt. Und sind es auf einem Bild etwa die Twin Towers, die dem brutalen Anschlag zum Opfer fielen und hier von einem flammenden Filter verdeckt werden? Für die Ausstellung in der Galerie Kunstgenuss hat Jetzig eine Grafik in kleiner Auflage sowie eine kleinformatige Serie im Original aufgelegt.

Kombiniert hat Galerist Wolfgang Knaup Jetzigs Bilder mit Objekten und Grafiken von Merle Lembeck. Die Künstlerin, die 2016 mit dem Piepenbrock Kunstförderpreis ausgezeichnet wurde, hat ihre Formsprache weiterentwickelt. Statt konstruktivistisch anmutender Kuben kreiert sie jetzt eher organisch gestaltete Objekte. Schwarze Gebilde, die an riesige Wespennester erinnern, hängen neben schlanken Fächern. Sowohl ältere als auch die ganz aktuellen Objekte mit Flauschoberfläche sind in der Ausstellung zu sehen, außerdem einige Holzschnitte.


Galerie KunstGenuss (Liebigstraße 29): „Helle Jetzig – Merle Lembeck“. Bilder, Objektkunst, Grafik. Bis 15. April, Do. 14-20 Uhr, So. 14-18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung unter 0170/83 50 320

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