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Für Neumarktsperrung FDP und Grüne kritisieren Brickweddes Testfahrten durch Osnabrück

Neumarkt in Osnabrück. Foto: Michael GründelNeumarkt in Osnabrück. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. FDP-Fraktionschef Thomas Thiele hat die innerstädtischen Testfahrten von CDU-Chef-Fritz Brickwedde als wertlos kritisiert. Brickwedde solle sich lieber als Baustellenmanager betätigen, so Thiele.

CDU-Chef Brickwedde war mit dem Auto auf drei Routen von Hellern und zur Bremer Brücke gefahren. Er wollte damit seine These untermauern, dass die Öffnung des Neumarktes Umwege und Staus vermeidet und dadurch die Kohlendioxidbelastung sinkt. Damit sei die Öffnung des Neumarktes ein Beitrag zum Klimaschutz.

FDP-Fraktionsvorsitzende Thomas Thiele spricht in einer Mitteilung von „Testfahrten ohne Wert“. „Testpilot Brickwedde ist für uns jedenfalls kein Maßstab. Er könnte sich ja mal als Baustellenmanager betätigen. Vielleicht wäre er da glaubhafter und erfolgreicher.“

Ziel müsse sein, gerade auf solchen innerstädtischen Strecken den Nahverkehr zu stärken. Thiele weiter: „Wenn die CDU zusammen mit ihrem Oberbürgermeister die Vorschläge zur Verflüssigung des Verkehrs mit adaptiver Ampelsteuerung, Einbahnstraßenregelung auf dem Wallring, Ringbuslinie, Lkw-Durchfahrtverbote und vernünftiges Baustellenmanagement endlich mal anpacken würden, wären wir bei der Reduzierung der Schadstoffbelastung ein großes Stück weiter.“ Stattdessen werde weiter der Autoverkehr hofiert, anstatt für Alternativen zu sorgen. Dazu gehöre auch, dass für jene Verkehrsteilnehmer Platz bleibe, die auf das Auto verzichteten und damit dazu beitrügen, Staus und Emissionen zu vermeiden. Der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Fraktion, Oliver Hasskamp, wird mit den Worten zitiert: „Mit der Einrichtung von Park and Ride-Parkplätzen, sicheren Radfahrspuren und einem verbesserten und kostengünstigen ÖPNV-Angebot kämen wir voran. Verzichten sollten wir hingegen auf mediale Einzelaktionen. Die helfen nicht weiter.“

Thiele fordert wissenschaftliche Untersuchungen, wie sich Verkehrsmaßnahmen auf die Schadstoff- und Stausituationen in der Innenstadt auswirken. Sein Vorschlag: Den Neumarkt probeweise sperren, um Verkehrsverhalten und Verkehrsabläufe zu untersuchen. Die rechtliche Grundlage böte Paragraf 454 der Straßenverkehrsordnung, der Straßensperrungen zu Testzwecken ausdrücklich zulasse.

Spott von den Grünen

Die Grünen reagierten mit karnevalistischem Spott. Er werde passend zu den Narrentagen eine Testfahrt von der Johanniskirche zum Hasetor beantragen, so Grünen-Fraktionschef Michael Hagedorn in einer Mitteilung. Sollte sich „überraschenderweise“ herausstellen, dass die Route durch die Fußgängerzone kürzer ist als der Weg über den Wallring, so müsse diese Direktverbindung zum Schutz des Klimas geöffnet werden. „Der Einzelhandel würde zugunsten einer konsequenten Klimapolitik sicher zustimmen. Außerdem könnten die Leute dann endlich wieder Kühlschränke, Fernseher usw. kaufen und direkt in ihre Autos verladen. Die Fußgänger könnte man durch einen Tunnel unter die Erde verfrachten, wie es früher am Neumarkt praktiziert wurde. Kühlschränke nehmen die ja eh nicht mit“, so Hagedorn.