Positive Bilanz Osnabrücker Bäder trotzen dem durchwachsenen Sommer

Von Dietmar Kröger

Mit Veranstaltungen wie dem Herbstflohmarkt konnte das Moskaubad den Rückgang der Besucherzahlen durch einen schlechten Sommer erträglich halten. Foto: David EbenerMit Veranstaltungen wie dem Herbstflohmarkt konnte das Moskaubad den Rückgang der Besucherzahlen durch einen schlechten Sommer erträglich halten. Foto: David Ebener

Osnabrück. Der Sommer 2017 wurde von den meisten Osnabrückern gefühlt nicht als solcher wahrgenommen. Ganz Missmutige träumten sogar von einem Auftritt bei „Good by Deutschland“. Aus Sicht der Bäder war es dann aber doch nicht ganz so dramatisch, wie die Bilanz des vergangenen Jahres zeigt.

Und mal ganz ehrlich: So schlimm, wie oft behauptet war der Sommer wirklich nicht. Was er allerdings nicht im Gepäck hatte, waren diese markant heißen Hitzeperioden, die einen Sommer in der Erinnerung oftmals erst zu einem wirklichen Sommer werden lassen. Der Regen hielt sich in Grenzen, aber es war oft bedeckt bei gemäßigten Temperaturen – für kreislaufgeplagte eine angenehme Sache, für Freibadbetreiber allerdings ein fieser Virus, der so schnell nicht aus den Bilanzen zu bekommen ist. Es sei denn, man hat das richtige Gegenmittel. Die Stadtwerke scheinen über die passende Medizin zu verfügen, denn die Besucherzahlen in ihrem Geschäftsbereich Freizeit verharren schon seit einigen Jahren auf einem „hohen Plateau“, wie Stadtwerke-Bäderchef Wolfgang Hermle betont.

Die Zahlen: Die Stadtwerke zählten in Nettebad, Moskaubad und Schinkelbad im vergangenen Jahr erneut rund 1,23 Millionen Gäste – ohne Nettedrom. Die neue E-Kartbahn der Stadtwerke schraubt die Gesamt-Freizeitbesucherzahl auf mehr als 1,27 Millionen Gäste. Das „Bäder-Flaggschiff“ Nettebad konnte seine Zahlen im Vergleich zu 2016 um insgesamt 15000 Gäste auf 744000 Besucher steigern. „Wir führen das auf den ‚Twist“-Effekt zurück“, so Hermle. Die Trichterrutsche war Ende 2016 in Betrieb gegangen. Durch diese Erweiterung der Rutschenlandschaft ist das Nettebad nach Einschätzung der Stadtwerke zum „größte Rutschenparadies Norddeutschlands“ avanciert.

Zum Nettebad gehört unweigerlich auch das Nettedrom. Die im März 2017 an den Start gegangene E-Kartbahn hat die Erwartungen übertroffen: 44000 Gäste statt der angenommenen 33000 und eine Energieabdeckung durch die eigene Solaranlage auf dem Dach in Höhe von 70 Prozent sind Zahlen, die den Verantwortlichen ein Strahlen ins Gesicht zaubern. „Unsere E-Karts fahren jedenfalls rechnerisch zu 100 Prozent mit der Kraft der Sonne“, sagt Stadtwerke-Vorstandsvorsitzender Christoph Hüls. Auch die von den Kritikern befürchteten Probleme durch Lärmemissionen sei offensichtlich ausgeblieben, so Hermle. Jedenfalls lägen ihm keinerlei Beschwerden vor.

Das Schinkelbad verzeichnet einen leichten Besucherrückgang im Vergleich zu 2016. Die Zahlen für die Nutzung des „Cabriosol“ und der „Salounge“ sind stabil. „Das bestätigt den allgemeinen Trend weg vom klassischen ‚Bahnenziehen‘ hin zu mehr Wellnessangeboten“, erläutert Hermle.

Das Moskaubad musste in 2017 am meisten unter dem eher durchwachsenen Sommerleiden. Allerdings haben Dschungel-Seilgarten und Veranstaltungen wie die Flohmärkte das Defizit lindern können. Die Strategie, das Moskaubad durch auch außerhalb der Freibadsaison nutzbare Außenanlagen interessanter zu machen ist aufgegangen und soll laut Hermle durch einen weiteren Ausbau in diesem Jahr weiterentwickelt werden.

„Unsere positiven Zahlen sowie das sehr gute Feedback zeigen deutliche, dass wir mit unserer strategischen Ausrichtung, unsere drei Standorte stetig zu attraktivieren und weiterzuentwickeln genau richtig liegen – und somit gegen den allgemeinen Trend in der Bäderbranche schwimmen“, so Hüls.