Ein Bild von Wilfried Hinrichs
08.02.2018, 18:30 Uhr BRANDSCHUTZ-DEBATTE

Wenn Feuerwehrchefs Politiker unter Druck setzen

Kommentar von Wilfried Hinrichs

Archivfoto: David EbenerArchivfoto: David Ebener

Osnabrück. Die Feuerwehr-Lobby ist stark. Das zeigt sich vor allem in kleineren Kommunen, wo ehrenamtliche Kommunalpolitiker leicht unter Druck zu setzen sind.

Die Entscheidung ist längst gefallen: Osnabrück bekommt eine zweite Feuerwache für runde elf Millionen Euro. Daran wird auch die Debatte über eine veränderte Risikoanalyse nichts ändern. Was sich aber durch den Denkanstoß von Kommunalberater Richter nachhaltig ändern könnte, ist die Art der Diskussion über Bedürfnisse der Feuerwehren – vor allem der Freiwilligen Feuerwehren in kleineren Kommunen.

Manche Gemeinde, auch im Umland von Osnabrück, leistet sich ein Feuerwehrwesen, das durchaus als luxuriös gelten kann. Braucht wirklich jeder Orts- und Stadtteil eine eigene Wehr, ein eigenes Gerätehaus? Oder wäre es nicht effizienter, zugunsten einer zentralen Wache Standorte aufzugeben und Mehrfachstrukturen abzubauen? Kommunalpolitiker, die solche Fragen aufwerfen, machen sich die starke Feuerwehr-Lobby zum Gegner und müssen den immer gleichen Vorwurf ertragen, sie setzten leichtfertig Menschenleben aufs Spiel.

Wie sollen ehrenamtliche Ratsmitglieder das richtige Maß finden? Das können sie nicht allein. Das können sie nur im Schulterschluss mit Feuerwehrchefs, die Augenmaß bewahren und deren Ehrgeiz nicht darin besteht, mit der besten Ausrüstung zu prahlen.


Der Artikel zum Kommentar