Nachbesserung bei digitaler Alarmierung Feuerwehr im Kreis Osnabrück hofft, dass Fehlalarme nun ausbleiben

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die vor zwei Jahren eingeführten digitalen Meldegeräte stehen bei den Feuerwehren im Landkreis in der Kritik, weil es in einigen Bereichen zu Fehlalarmierungen kam und das Vertrauen fehlt. Die Feuerwehr hofft nun, dass die Fehlalarme ausbleiben, wenn der Dienstleister die digitalen Meldeempfänger in der Region Osnabrück neu programmiert hat. Archivfoto: Landkreis Osnabrück / Henning Müller-DetertDie vor zwei Jahren eingeführten digitalen Meldegeräte stehen bei den Feuerwehren im Landkreis in der Kritik, weil es in einigen Bereichen zu Fehlalarmierungen kam und das Vertrauen fehlt. Die Feuerwehr hofft nun, dass die Fehlalarme ausbleiben, wenn der Dienstleister die digitalen Meldeempfänger in der Region Osnabrück neu programmiert hat. Archivfoto: Landkreis Osnabrück / Henning Müller-Detert

Osnabrück. Nach massiver Kritik der Feuerwehrverbände und juristischem Druck durch Rechtsanwälte des Landkreises Osnabrück hat sich der für die digitale Alarmierung der Feuerwehren zuständige Dienstleister bereit erklärt, die Mängel zu beheben. In mehreren Kommunen war wegen technischer Fehler falscher Alarm ausgelöst worden.

Der Sprecher der vier Feuerwehrverbände im Landkreis Osnabrück, Manfred Buhr, zeigt sich auf Anfrage unserer Redaktion mit dem vom Landkreis mit dem Dienstleister „Selectric“ ausgehandelten Ergebnis zufrieden: „Nun wird endlich umgesetzt, was wir schon immer gefordert haben: Jetzt beginn die Behebung der Mängel vor Ort.“ Buhr verbindet damit die Hoffnung, dass Fehlalarme künftig ausbleiben. Es sei allerdings schade, „dass es erst juristischen Drucks bedurfte“, damit die Firma für Nachrichten-Systeme aus Münster sich bewegt, um auch Dienstleistungen vor Ort zu erbringen.

( Weiterlesen: Feuerwehr kritisiert schlechte digitale Alarmierung im Landkreis Osnabrück)

Nachdem es dem Dienstleister laut Buhr auch nach anderthalb Jahren nicht gelang, eine störungsfreie Alarmierung hinzubekommen, hatte er im vergangenen Herbst im Namen der vier Feuerwehrverbände des Landkreises einen Brief an den zuständigen Kreisrat Winfried Wilkens geschrieben. Darin hatte er beklagt, dass „Melder heute schon zu Hause bleiben, weil das Vertrauen fehlt. Man verlässt sich mehr auf die parallel installierten Alarmierungssysteme der Smartphones, obwohl diese nicht sicher sind.“ Das führe zu einer nicht sicheren Alarmierung der Einsatzkräfte. Zudem hatte er darauf hingewiesen, dass für erste Geräte im Gesamtprojekt bereits im Februar 2018 die Mängelansprüche verjähren.

Digitale Meldeempfänger kosteten 1,3 Millionen Euro

In das neue System wurden 885.000 Euro für das Gebiet von Stadt und Landkreis investiert. Die Kosten werden auf Landkreis, Stadt und Krankenkassen verteilt. Die Kosten für die 4500 digitalen Funkmeldeempfänger der Region in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro tragen Aufgabenträger wie etwa die Gemeinden als örtliche Träger des Brandschutzes.

Die Regionalleitstelle Osnabrück hatte für die Region ein Vergabeverfahren zur Beschaffung eines gemeinsamen digitalen Alarmierungsfunknetzes durchgeführt. Selectric hatte sich durchgesetzt.

„Phantomalarmierungen deutlich reduzieren“

Im Landkreis-Ausschuss für Feuerschutz erläuterte Wilkens jetzt, dass es Mitte Dezember mit den vom Landkreis beauftragten Rechtsanwälten und der Firma Selectric ein Gespräch gegeben habe, „das den Knoten zum Platzen gebracht hat“, wie er es beschreibt. Nachdem auch der Landkreis in vorherigen Gesprächen mangelnde Einsicht seitens der Firma verzeichnete, habe die rechtliche Nachhilfe und ein drohendes Gerichtsverfahren Wirkung gezeigt. Laut Fachdienstleiterin Ordnung, Bärbel Rosensträter, will Selectric „in ganz umfangreichen Maße Personal zur Verfügung stellen“. Demnach hat die Firma umfangreiche Lösungsansätze für die Probleme mit den Endgeräten erarbeitet. Eine sogenannte „Zwei-Kriterien-Auswertung“ solle „die Phantomalarmierungen deutlich reduzieren“.

Neu programmierte Meldgeräte in Bad Rothenfelde, Bersenbrück, Neuenkirchen, Dissen und Hilter

Zu diesem Zweck habe die Firma eine neue Software entwickelt. Der Dienstleister wird die notwendige Neuprogrammierung vor Ort laut Landkreis für alle digitalen Meldeempfänger in der Region übernehmen. Vorab werde noch ein Test mit neu programmierten digitalen Meldegeräten bei den Feuerwehren in Bad Rothenfelde, Bersenbrück, Neuenkirchen, Dissen, Hilter sowie der Regionalleitstelle durchgeführt. Laut Buhr wurden diese Kommunen ausgewählt, da es einigen Gemeinden davon mehr, in anderen aber auch weniger Probleme mit den Geräten gegeben habe.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN