Ein Leben für den Rock „67 Jahre Rock ’n’ Roll“ im Dirty+Dancing Osnabrück

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Am Freitag steht DJ Heinz am Pult im Dirty + Dancing. Dort legt er zwei Mal im Monat unter dem Motto „67 Jahre Rock’n’Roll“ auf. Foto: André HavergoAm Freitag steht DJ Heinz am Pult im Dirty + Dancing. Dort legt er zwei Mal im Monat unter dem Motto „67 Jahre Rock’n’Roll“ auf. Foto: André Havergo

Osnabrück. Heinz Kallen ist eine Legende in Osnabrück. „Der Kölner“ oder „Hyde-Park-Heinz“ legte 22 Jahre lang in der berühmt-berüchtigsten Diskothek der Stadt auf. An zwei Freitagen im Monat spielt er nun im Dirty + Dancing Rock.

Es gibt wohl nur wenige Menschen in Osnabrück, die Heinz mit Nachnamen kennen. Ist aber auch egal, denn der Vorname genügt. Der 67-Jährige ist mit jedem sofort per Du. Als rheinische Frohnatur kennt er keine Berührungsängste. Sonst wäre er wohl auch nicht 1976 nach Osnabrück gekommen, als er von einem Kumpel hörte, dass in einer neuen Diskothek Jobs angeboten werden.

In dem Dorf zwischen Köln und Bonn, aus dem er stammt, habe er auf Schützenfesten Bier gezapft, erzählt Heinz mit rauer Stimme, aus der immer noch der starke rheinische Dialekt schimmert. Zum Job als Discjockey sei er durch einen Zufall gekommen.

„Ich hatte immer schon Platten dabei, die keiner kannte. Da haben die mich da oben hingestellt“, erzählt Heinz. Mit „oben“ meint er die DJ-Kanzel, die im Hyde Park seit jeher einen erhöhten Standpunkt hat.

In der Anfangszeit spielte er Musik von den Stooges, MC 5 oder Ted Nugent. „Das kannte hier keiner.“ Später, als der Hyde Park von der Rheiner Landstraße an den Fürstenauer Weg umziehen musste, blieb er seiner Linie treu und setzte den Osnabrückern oft Musik vor, die für sie noch unbekannt war.

Heinz erzählt, dass er einmal „Alice“ von den Sisters of Mercy auflegte und die Leute ihn ausgepfiffen haben. „Zwei Wochen später war die Tanzfläche bei dem Stück voll“, sagt er und lacht sein verschmitztes, rauchzartes Lachen.

Früher seien die Leute offener gewesen, und es war mehr Rock’n’Roll, sagt Heinz. Er wird noch oft auf die alten Zeiten angesprochen. Wenn er aber im „Dirty + Dancing“ alle zwei Freitage unter dem Motto „67 Jahre Rock ’n’ Roll“ auflegt, oder in unregelmäßigen Abständen im Trash, versucht er auch heute noch, immer wieder auch neue und unbekannte Stücke in sein Set einzubauen.

Mittlerweile ist Heinz Rentner. Die Tätigkeit als DJ will er aber nicht aufgeben – allerdings legt er nur noch in Kneipen auf, so wie am Freitag im „Dirty + Dancing“. „Ich wüsste nicht, ob ich die Tanzflächen mit meiner Musik noch füllen könnte“, sagt er. Dass er aber nach wie vor jungen Leuten Songs vorspielen kann, die sie nicht kennen, darauf ist er stolz.

Da er nicht mehr auflegt, um Leute zum Tanzen zu bringen, sondern um einen Gastraum zu beschallen, hat er im Übrigen mehr Freiheiten. „Da kann ich machen, was ich will.“ Trotzdem hat er nach wie vor den Anspruch, seinen Zuhörern Neues nahezubringen – und manchmal ist er seiner Zeit dabei immer noch voraus, so wie damals bei den Sisters of Mercy.


Das gibt es sonst noch

Rabennacht, Hyde Park, Fr., 9. 2., 22 Uhr: DJ AlexX BoToX spielt Gothic, EBM, Industrial und Musik aus den Achtzigern. Schwarzbunt ist gefragt.

Brosound Kellersause, Unikeller, Sa., 10. 2., 23 Uhr: Die vier BroSound Moderatoren und DJs LX, NiccBlacc, Taste und Greyhound legen unkonventionelle Musik von Hip Hop über Alternative bis Trap auf. Um 21 Uhr gibt es einen Geek-Quiz.

4 Jahre Ahoi Club, Kleine Freiheit, Sa., 10. 2., 23 Uhr: Derbe Beats, feiste Riffs und dicke Donnerbässe aus Indie, Rock, Hip Hop und mehr sowie ein Gewinnspiel für das Konzert von Faber am 24. Februar in Osnabrück gibt es am Güterbahnhof.

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