Appell an die Landesregierung Osnabrücker Remarque-Gesellschaft für 8. Mai als Feiertag

Feldmarschall Wilhelm Keitel, Oberkommandierender der Wehrmacht (1938-45), unterschrieb am 8. Mai 1945 in Berlin die Kapitulations-Urkunde der deutschen Wehrmacht. Foto: dpaFeldmarschall Wilhelm Keitel, Oberkommandierender der Wehrmacht (1938-45), unterschrieb am 8. Mai 1945 in Berlin die Kapitulations-Urkunde der deutschen Wehrmacht. Foto: dpa

Osnabrück. Die Erich Maria Remarque-Gesellschaft in Osnabrück appelliert an die Landesregierung, den 8. Mai zum Feiertag zu erklären. Am 8. Mai 1945 endete der von Deutschland entfesselte Zweite Weltkrieg.

Der 8. Mai als „Tag der Beendigung des fürchterlichsten Gemetzels in der Menschheitsgeschichte und der Wiederherstellung von Demokratie und Menschenwürde in unserem Lande“ wäre am besten geeignet, ein Signal für Frieden, Freiheit und die demokratische Gestaltung unserer Gesellschaft zu setzen, heißt es in einem Brief der Remarque-Gesellschaft an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Der deutschen Geschichte stünde gerade angesichts neuerer Herausforderungen ein Erinnerungstag gut zu Gesicht, der aktuelle Grundfragen Deutschlands und Europas eingängiger ins Bewusstsein der Menschen bringen könne als ein weiterer christlicher Feiertag.

CDU und SPD hatten sich in den Koalitionsgesprächen verständigt, in Niedersachsen einen weiteren Feiertag einzuführen. Favorit ist zurzeit der Reformationstag am 31. Oktober, der an den Thesenanschlag Martin Luthers 1517 erinnert. Die Jungsozialisten haben sich ebenfalls für den 8. Mai ausgesprochen, auch der Buß- und Bettag oder der 25. Oktober als Tag des Westfälischen Friedens sind im Gespräch.

Die Remarque-Gesellschaft teilt die Kritik von katholischen und jüdischen Amtsträgern am Reformationsfeiertag inhaltlich nicht. Ein Feiertag der Reformation wäre zwar ein kirchlicher Tag, „allerdings mit deutlich gesamtgesellschaftlichem Bezug“. Denn der Anschlag der Thesen in Wittenberg stelle „ein starkes Signal für einen Freiheitsaufbruch im geistigen wie weltlich-gesellschaftlichen Sinne aus der Unmündigkeit der dunklen Seiten des Mittelalters dar“. Doch die emanzipatorischen Ideen der Reformation wären aufgrund der zeitlichen Distanz schwer zu vermitteln. Ein Friedenstag am 8. Mai wäre besser geeignet, die Lehren aus unserer jüngeren Vergangenheit in Erinnerung zu rufen.

Das einzige, was gegen den 8. Mai spräche, sei die Häufung von Feiertage im Frühjahr. Das sei aber kein ernsthafter Einwand, „wenn man sich unserer inhaltlichen Argumentation gegenüber öffnet“, endet der von Vorstandsmitglied Harald Klausing unterzeichnete Brief.