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07.02.2018, 15:12 Uhr UMGEBAUTER JOHANNISTORWALL

Lieber Blechschäden als Ghost Bikes an der Todeskreuzung

Kommentar von Jörg Sanders

Zwei Ghost Bikes erinnern an der Kreuzung an die beiden Radfahrer, die dort 2014 durch abbiegende Lkw ums Leben gekommen waren. Foto: Gert WestdörpZwei Ghost Bikes erinnern an der Kreuzung an die beiden Radfahrer, die dort 2014 durch abbiegende Lkw ums Leben gekommen waren. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Nach drei toten Radfahrern in den Jahren 2009 und 2014 war der Umbau der Kreuzung am Johannistorwall mitsamt der getrennten Ampelschaltung für den motorisierten Verkehr und Radfahrer richtig. Das ändert auch nicht der starke Anstieg der leichten Unfälle.

Dennoch dürfte sich so mancher Autofahrer über die Spurtrennung und den längeren Rückstau ärgern. Auch die CDU hatte sich deswegen damals als einzige Fraktion gegen die künstliche Verengung ausgesprochen. Der Polizei zufolge staut es sich vor der Kreuzung tatsächlich mehr als zuvor, und es kommt zu deutlich mehr Unfällen. Aber es sind fast nur noch Unfälle mit Blechschäden und Leichtverletzten. Bagatellen, sagt sie zurecht. Denn seit dem Umbau starb dort niemand mehr. Was interessiert da ein etwas längerer Rückstau? Wer zwei Minuten Wartezeit gegen das Leben eines Radfahrers aufwiegt, ist zynisch.

Bleibt die Frage: Warum nur diese Ecke? Muss erst ein Radfahrer an anderer Stelle sterben, bis die Politik getrennte Spuren und Ampelschaltungen einführt? Ghost Bikes sind kein schließlich schönes Aushängeschild für eine Stadt.


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