Kurzer Weg zum Zug Verkehrsverbände für Zusatztreppen am Osnabrücker Hauptbahnhof

Die Humboldtbrücke am Hauptbahnhof in Osnabrück. Verkehrsverbände fordern, beim Neubau Treppen zu den Gleisen 11 bis 14 einzuplanen. Foto: David EbenerDie Humboldtbrücke am Hauptbahnhof in Osnabrück. Verkehrsverbände fordern, beim Neubau Treppen zu den Gleisen 11 bis 14 einzuplanen. Foto: David Ebener

Osnabrück. Die Osnabrücker Verkehrsverbände VCD, Pro Bahn und Initiative Haller Willem fordern, beim Neubau der Humbold-Fußgängerbrücke Treppen zu den Gleisen einzuplanen.

„Bahnkunden wollen schnell zum Zug – ohne unnötige Umwege“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Verkehrsverbände. Die Gleise 11 bis 14 im unteren Bahnhof (Amsterdam-Hannover) sind derzeit nur über die Zugänge von den Gleisen 1 bis 5 im oberen Bahnhof aus zu erreichen. Vielen Fahrgästen würden durch Treppen an der Humboldtbrücke Umwege erspart. Auch für Nutzer der Radstation würde der Weg zu vielen Zügen kürzer. Die Verbände rufen Verwaltung und Politik dazu auf, sich gegenüber der Deutschen Bahn für direkte Zugänge zum unteren Hauptbahnhof einzusetzen. Wegen des langen Planungsvorlaufs bei der Bahn, müsse die Stadt schon jetzt aktiv werden.

Über den unteren Bahnhof rollen die Züge nach Melle, Minden, Hannover, Braunschweig und Berlin sowie Bielefeld, Amsterdam, Bramsche, Quakenbrück, Oldenburg oder Vechta, nach Ibbenbüren, Rheine, Bad Bentheim oder ins Emsland sowie möglicherweise künftig auch über die Tecklenburger Nordbahn nach Westerkappeln, Mettingen und Recke.

Die Verbände schlagen einen Stufenplan vor. Sollten die Bahnsteigzugänge nicht sofort mit der neuen Brücke gebaut werden können, müsse die Brückenkonstruktion auf jeden Fall so geplant werden, dass Treppen später ohne großen Aufwand nachgerüstet werden könnten. Desgleichen müsse dafür Sorge getragen werden, dass zu einem späteren Zeitpunkt mit vertretbarem baulichen Aufwand Fahrstühle nachgerüstet werden könnten. Für den Anfang werde es – auch aus Kostengründen – als ausreichend erachtet, wenn mit der neuen Brücke zunächst je ein Treppenabgang zu den Gleisen 11/12 und 13/14 angeboten werde. Alle vier Gleise sind barrierefrei über Rolltreppen und Fahrstühle von Gleis 1 aus zu erreichen.

Die knapp 100 Meter lange, aus Tropenholz gebaute Humboldt-Fußgängerbrücke verbindet die Eisenbahnstraße mit der Buerschen Straße. Das Holz ist stellenweise verrottet, deshalb denkt die Stadt über einen Neubau aus Stahl nach. Geschätzte Kosten: 650000 Euro.

Mittelfristig gelte der Anspruch „Auf kurzem Weg zur Bahn“ auch für die Bahnstation am Hasetor, schreiben die Verkehrsverbände. Auch hier würde ein weiterer Zugang vom und zum Nonnenpfad die Erreichbarkeit für den Bereich Gartlage, Gertrudenberg, Kabelmetal verbessern. Die Bahnstation Osnabrück Altstadt verfügt seit der Kaiserzeit über diesen zweiten Zugang, der nur 1967 und 1968 geöffnet war und mit dem Neubau der Nonnenpfad-Brücke abgerissen wurde.