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Worüber sich Osnabrück Gedanken macht Ein Ei für die Liebelei – neuer Standort für Liebesschlösser

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Osnabrück. Seitdem Liebende auf die Idee gekommen sind, ihr Glück durch an Brücken befestigte Vorhängeschlösser einer breiten Öffentlichkeit zu dokumentieren, ächzen die Tragwerke unter der Last des überflüssigen Metalls. Osnabrück will den rostenden Liebesbeweisen zu Leibe rücken und sucht einen neuen Standort für die Schlösser.

Dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt kommt die ehrenvolle Aufgabe zu, sich maßgeblich an der Standortsuche und dem Design der Schlosshalterung zu beteiligen. In ihrer Sitzung am Donnerstag, 8. Februar, um 17 Uhr im Ratssitzungssaal des Rathauses dürfen sich die Kommunalpolitiker gänzlich unprosaisch mit dem Thema – man möchte es ja fast schon „Liebe im Zeitalter von Heavy Metal “ nennen – beschäftigen. Denn für die Liebesschlösser bedarf es einer stabilen Konstruktion, die all die vielen Schloss gewordenen Schwüre Osnabrücker Pärchen tragen kann.

Amor sei Dank, hat sich zumindest für die Planungen nicht nur ein Sponsor gefunden, sondern mit Volker-Johannes Trieb auch ein namhafter Sohn dieser Stadt, der sich als Künstler im Umgang mit Metall durchaus einen guten Ruf erarbeitet hat. Die Kulturverwaltung hatte Trieb um einen gestalterischen Vorschlag gebeten. Der Künstler hat geliefert, und der StUA darf den Entwurf nun in Form einer Verwaltungsmitteilung begutachten und diskutieren.

Neuer Platz an der Heinricht-Heine-Straße?

Der im Stadtteil Sutthausen ansässige Trieb sieht die Zukunft der Liebesschlösser im Bereich der sogenannten „Bastion“ an der Neuen Mühle im Bereich Heinrich-Heine-Straße. Mit diesem Standort ist die Vorgabe „wassernaher Standort“ erfüllt. Der Künstler halte den Ort für „perfekt“ mit einem „wunderschönen Blick auf die Hase“, lässt die Verwaltung in ihrem Papier wissen. Wenn die bereits an den Hasebrücken verbauten Schlösser im Frühjahr entfernt werden, sollen diese, so niemand einen Anspruch erhebt, weiter verwendet werden. Bleiben also Schlösser übrig – vielleicht weil die Liebe am Ende doch nicht so haltbar war wie Stahl –, sollen sie, zu einer Standplatte verarbeitet, die Basis bilden für eine begehbare, mit einer Bank aus Eichenholz möblierten ei-förmige Installation aus einem Geflecht aus Edelstahlstäben. Dieses Ei der Liebe wird nach den Vorstellungen Triebs etwa 3,80 Meter lang und etwa 2,20 Meter hoch werden. An das Gitter können dann zukünftig Liebende ihre Schlösser hängen. Und noch einmal lässt die Verwaltung in ihrer Mitteilungsvorlage den Künstler zwecks näherer Erläuterung seiner Idee zu Wort kommen: „Seine Ei-Form nimmt Bezug auf das Ei als Symbol neuen Lebens, der Schöpfung, der Fruchtbarkeit. Das Ei, die Keimzelle menschlichen Glücks, konkret oder sinnbildlich. Das Ei, die Keimzelle des Wandels der Zukunft. Ein Kraftort mit Aufforderungscharakter – durch das in der Standplatte gespeicherte Glück, durch das hinzukommende das Wandnischen füllt.“

„Sag mir, dass du mich liebst“

Den Eingangsbereich zu diesem Glücksort soll eine Texttafel „akzentuieren“. Auf ihr soll folgender Satz stehen: „Sag mir, dass du mich liebst.“ Diese Worte richtete in ihrer profanen Schönheit einst der Osnabrücker Erich Maria Remarque in einem Liebesbrief an keine Geringere als Marlene Dietrich.

Zu den Kosten macht die Mitteilungsvorlage keine Mitteilung. Die Planungskosten übernimmt, wie schon erwähnt, ein Sponsor. Alles Weitere wird man sehen müssen. „Sobald die Kosten für die Installation konkretisiert werden können, ist ein Beschluss über die weitere Finanzierung herbeizuführen“, heißt es dazu eher lieblos seitens der Verwaltung zu diesem Liebesthema. Ach so, das soll hier nicht vergessen werden: „Die im Frühjahr dieses Jahres abzubauenden Liebesschlösser an den Brücken werden bis zur Realisierung einer solchen Installation auf dem Bauhof zwischengelagert.“ Wer also sein Schloss wiederhaben möchte, kann da ja mal nachschauen. Und wenn es für die Liebe nicht mehr reicht, lässt sich ja vielleicht noch eine Schuppentür damit sichern – wenn es denn noch einen Schlüssel gibt.


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