Private Testfahrt in Osnabrück Brickwedde will beweisen: Offener Neumarkt schützt das Klima

Von Wilfried Hinrichs

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Der Verkehr rollt wieder über den Neumarkt. Foto: Gert WestdörpDer Verkehr rollt wieder über den Neumarkt. Foto: Gert Westdörp

pm/hin Osnabrück. Die Öffnung des Neumarktes für Autos ist gut für den Klimaschutz: Das behauptete CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde in der Ratssitzung und will jetzt mit Testfahrten den Beweis erbracht haben.

Es war keine Überraschung, dass der Beschluss des Oberverwaltungsgerichts zur Öffnung des Neumarktes in der jüngsten Sitzung des Stadtrates zu einer erneuten Grundsatzdebatte führte. CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde stellte in der Aktuellen Stunde zum Thema Klimaschutz die Behauptung auf, die Freigabe des Neumarktes vermeide Umwege und Staus, was die Kohlendioxidbelastung verringere. „Deshalb ist die Neumarktöffnung gut für den Klimaschutz“, sagte Brickwedde, was Mitglieder anderer Fraktionen mit kritischen Zweischenrufen und Gelächter quittierten.

Testfahrten von Hellern zur Brücke

Brickwedde setzte sich in den Tagen danach nach eigenen Angaben ins Auto und machte Testfahrten außerhalb des Berufsverkehrs. Die Route: von der Autobahnauffahrt in Hellern (Bäckerei Wellmann) zum Stadion Bremer Brücke. Der direkte Weg über den Neumarkt ist 5,3 Kilomete lang, Brickwedde brauchte dafür zwölf Minuten. Mit einer Schleife über den Wall verlängerte sich der Weg auf 6,6 Kilometer. Die Fahrtzeit betrug 15 Minuten. Die dritte Route führte über die Autobahn, war 16,4 Kilometer lang und dauerte 18 Minuten. „Es ist völlig eindeutig, dass mehr Kilometer auch zu mehr Emissionen von CO2 führen würden“, wird Brickwedde in einer Pressemitteilung der CDU zitiert.

Komme es wegen der Neumarktsperrung zu zusätzlichen Staus, sei die Klimabilanz noch deutlich schlechter. Denn der Stop-and-go-Verkehr verursache noch mehr Emissionen pro Kilometer. Bei der Sperrung des Neumarkts würden Umwege über den Wall, durch Wohngebiete und die Autobahn hervorgerufen und unnötige Staus produziert.

Auf den Bus umsteigen?

Die Annahme der Befürworter der Sperrung, die Autofahrer würden genervt auf die Busse umsteigen, sei „pures Wunschdenken“, heißt es in einer Pressemitteilung der CDU. Während der Zeit der Neumarktsperrung habe es weder einen Rückgang des Fahrzeugbestandes noch eine Zunahme an Bustickets gegeben, so Brickwedde. 2014 wurden nach seinen Angaben 1,183 Millionen Fahrscheine gelöst und 3,051 Millionen Personen befördert. 2015 waren es 1,177 Millionen Fahrscheine und 3,073 Millionen Personen. 2016 wurden bei 1,173 Millionen Fahrscheinen 3,034 Millionen Personen befördert. Die Neumarktsperrung habe keinen signifikanten Einfluss auf die Busnutzung, so Brickweddes Schlussfolgerung. Er fordert eine „faktenbasierte Diskussion“ bei der Umsetzung des Lüneburger Urteils.


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