Am Klinikum Osnabrück kontrolliert Nach Führerscheinentzug: Polizei stoppt Porschefahrer erneut

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Führerschein sichergestellt: Die Polizei hat einem Porschefahrer die Fahrerlaubnis abgenommen, dem der Schein nach einem rechtskräftigen Urteil des Amtsgerichts bereits entzogen war. Symbolfoto: dpaFührerschein sichergestellt: Die Polizei hat einem Porschefahrer die Fahrerlaubnis abgenommen, dem der Schein nach einem rechtskräftigen Urteil des Amtsgerichts bereits entzogen war. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Nun hat es ein endgültiges Ende mit dem Porschefahren: Ein 73-Jähriger, dem das Amtsgericht im November vergangenen Jahres per rechtskräftigem Urteil die Fahrerlaubnis wegen rüpelhafter Fahrweise entzogen hatte, geriet am Dienstagmorgen am Klinikum in eine Polizeikontrolle.

Zwar präsentierte er den Beamten seinen Führerschein, die aber ließen sich nicht foppen. Das Papier hat derzeit keine Gültigkeit, der Fahrer hätte die Finger vom Steuer lassen müssen.

Der Mann war im Januar 2017 wegen seiner nunmehr auch richterlich attestierten rüpelhaften Fahrweise aufgefallen. Den Beamten, die ihn seinerzeit stoppen wollten, versuchte er, durch überhöhte Geschwindigkeit zu entkommen. Dabei hatte er nach der Überzeugung der Amtsrichterin zudem versucht, den Zivilgolf der Polizei von der Straße zu drängen.

Das Urteil fiel dementsprechend aus: sechs Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt zu einer zweijährigen Bewährungszeit, 3000 Euro für die Opferhilfe Niedersachsen und eine 18-monatige Führerscheinsperre. Das Gericht sah den Tatbestand des Widerstands gegen Vollzugsbeamte als gegeben. Nach Überzeugung der Richterin hatte der Porsche-Fahrer, der an jenem Morgen offensichtlich mehr als zügig von Fürstenau Richtung Osnabrück mit seinem Porsche Cayenne unterwegs war, die Beamten daran gehindert, ihn anzuhalten und eine Verkehrskontrolle durchzuführen. Es handele sich um einen besonders schweren Fall, diagnostizierte die Richterin in ihrer Urteilsbegründung, denn ein SUV-Fahrer sei schon durch Größe und Gewicht eines solchen Fahrzeugs in der Pflicht, sein Auto mit „besonderer Sorgfalt“ zu bewegen. Sie attestierte dem Mann eine „Ungeeignetheit zum Führen von Fahrzeugen“. Keine Rolle spielten in dieser Verhandlung die Kopfverletzungen, die der Rentner davongetragen hatte, nachdem ihn die Polizisten gestoppt hatten. Ein Strafverfahren gegen die Beamten war schon im August eingestellt worden.

Konsequenzen für die Gattin

Auch für die Gattin des Porschefahrers werden sich Konsequenzen ergeben, da sie wusste, dass ihr Ehemann ohne gültiges Papier, das nun endgültig beschlagnahmt ist, unterwegs war. Inwieweit der Porschefahrer auch gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen hat, wird noch zu klären sein.


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