Osnabrücks Musikleben geprägt Zum Tod des Komponisten Gerhart Schäfer

Von Christine Adam


Osnabrück. Gerhart Schäfer, Hochschulprofessor im Ruhestand und Komponist, hat das Musikleben der Stadt Osnabrück mitgeprägt. Nun ist er am 1. Februar im Alter von 91 Jahren gestorben. Er lebte zuletzt in Essen/Oldenburg.

Sein Vater Karl Schäfer war bis 1965 Direktor des Osnabrücker Konservatoriums, aus dem das Institut für Musik der Hochschule Osnabrück hervorgegangen ist. Gerhart Schäfer nahm unter anderem bei seinem Vater, der auch komponierte, Theorieunterricht, studierte Musik in Detmold, lehrte an dieser Hochschule von 1974 bis 1986 Komposition und Musiktheorie in der Abteilung Dortmund und komponierte selbst. Eine ansehnliche Liste von Werken entstand, obwohl Schäfer nicht auf Masse, sondern auf Klasse setzte und Zeit für ein neues Werk brauchte.

Als einer der Ersten gehörte er zum „Kreis Osnabrücker Komponisten“, den 1977 Kurt Sydow gegründet hatte. Bei den Konzerten dieses Kreises waren Schäfers Werke regelmäßig vertreten. Auf der „Hindemith-Welle“ nach dem Zweiten Weltkrieg sei auch er mitgeschwommen, sagte er mit dem ihm eigenen Humor einmal in einem Gespräch. Bis er sich von Bartók und Strawinsky beeindrucken ließ und dann zur Zweiten Wiener Schule, zu Alban Berg, Anton Webern und Arnold Schönberg, fand und ihr letztlich treu blieb.

Den Schwerpunkt seiner Arbeit sah er in seinen Orchesterwerken. Er schrieb auch Kammermusikalisches und Solistisches, das von Rundfunkanstalten produziert wurde. „Seine Musik ist aktueller denn je – spiegelt sie doch eine lebendige Moderne wider, die ihre Wurzeln in der profunden Kenntnis des Tonsatzes und des Kontrapunktes hat – in ihr wird er weiterleben“, sagt sein Schüler, der Osnabrücker Hochschullehrer Michael Schmoll.