Rattenbefall? Schwere Verschmutzung an Osnabrücker Ertmanstraße

Von Frederik Tebbe


Osnabrück . Auf Grundstücken der Abeken- und der Ertmanstraße ist es in letzter Zeit zu einer schweren Verschmutzung gekommen, die womöglich Ratten anzieht. Nach der Klage eines Anwohners wollen Stadt und Wohnungsunternehmen den Müll beseitigen und Köder auslegen.

Jens Klöntrup wohnt nicht in der Ertmanstraße, aber er durchquert sie regelmäßig. Seit einiger Zeit bemängelt er, dass einige Grundstücke dort und an der angrenzenden Abekenstraße im Zuge von Renovierungsarbeiten, die seit Frühjahr 2017 laufen, schwer verschmutzt sind. Neben Abfällen, die durch die Baumaßnahmen entstanden sind, haben sich auch große Mengen Hausmüll angesammelt: aufgerissene Säcke, Einkaufstüten, Plastik, Papier, Flaschen, sogar Windeln. Die verschmutzten Grundstücke auf dem Schölerberg gehören dem Wohnungsunternehmen Vonovia mit Sitz in Bochum.

Bereits im Herbst hat der Anwohner im Bürgerforum Schölerberg auf die Zustände hingewiesen. Die Stadt Osnabrück habe die Ertmanstraße daraufhin im Oktober überprüft, aber außer Laub auf dem Gehweg keine nennenswerten Verschmutzungen feststellen können. Als Jens Klöntrup Ende Januar 2018 bemerkt hat, dass der abgelagerte Hausmüll inzwischen Ratten anziehe, hat er bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet.

Verschmutzung durch Sturmtief

„Die Arbeiten an der Ertmanstraße dauern noch an“, sagt Bettina Benner, Pressesprecherin von Vonovia auf Nachfragen unserer Redaktion. Zu der starken Verschmutzung sei es unter anderem deshalb gekommen, weil die Baustoffe, die in Containern gelagert waren, durch das Sturmtief Friederike auf den Grundstücken verteilt wurden. Grundsätzlich lasse Vonovia diese Container in regelmäßigen Abständen leeren. Dieser Turnus solle jedoch nun noch mal überprüft werden. Ein Teil des Hausmülls liege darüber hinaus auf öffentlichen Flächen, für die das Wohnungsunternehmen nicht zuständig ist. Dies lade wiederum dazu ein, weiteren Unrat dort abzulegen. Benner bezeichnet dies als „Mülltourismus“: „Den gibt es an vielen Baustellen.“ Vonovia wolle sich aber darum kümmern, dass der Müll in der Ertmanstraße entfernt werde.

Am Mittwochmorgen trafen sich die Umweltverwaltung, die Abfallbehörde, Vertreter von Vonovia sowie der Gesundheitsdienst vor Ort, um sich der Sache anzunehmen. Nach Angaben des städtischen Pressesprechers Sven Jürgensen kamen sie zu dem Schluss, dass die verschiedenen Abfälle bis zum 6. Februar entsorgt werden sollen. Die Grünflächen sollen gereinigt und Köder für die Ratten ausgelegt werden. Um vorzubeugen, dass weiterhin Müll aus den Containern auf die Grundstücke weht, sollen hier nun geschlossene Container aufgestellt werden. Für den 7. Februar ist eine zweite Begehung vorgesehen.