39 Millionen für Breitbandausbau Schnelles Internet für 13.000 Haushalte im Landkreis Osnabrück

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Der Landkreis Osnabrück will bis zum Frühjahr 2019 zusätzlich 13.000 Haushalte mit schnellem Internet versorgen. Damit verfehlt der Kreis allerdings das vom Bund gesetzte Ziel, den Breitbandausbau bis Ende 2018 umzusetzen. Symbolfoto: dpaDer Landkreis Osnabrück will bis zum Frühjahr 2019 zusätzlich 13.000 Haushalte mit schnellem Internet versorgen. Damit verfehlt der Kreis allerdings das vom Bund gesetzte Ziel, den Breitbandausbau bis Ende 2018 umzusetzen. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Der Landkreis Osnabrück beginnt erst jetzt, die 39 Millionen Euro in den Breitbandausbau zu investieren, die vor anderthalb Jahren bewilligt wurden. Das vom Bund gesetzte Ziel, den Breitbandausbau bis Ende 2018 umzusetzen, wird der Landkreis verfehlen. Aktuell plant der Kreis, 13.000 Haushalte bis zum Frühjahr 2019 mit schnellem Internet zu versorgen.

Die landkreiseigene Infrastrukturgesellschaft Telkos baut ein kreisweites Netz auf und will zusammen mit RWE-Tochter Innogy als Partner schnelles Internet in das Osnabrücker Land bringen. Das Netz soll über drei Verknüpfungspunkte mit anderen Datennetzen verbunden werden. Diese drei Punkte befinden sich in Alfhausen, Bad Essen und Melle. „An diesen drei Punkten muss daher auch der Tiefbau beginnen“, erläutert Landkreis-Sprecher Henning Müller-Detert. Das Baugebiet sei darüber hinaus in zwölf verschiedene Bereiche aufgeteilt worden, die parallel gebaut werden. Kurz nach dem Netzaufbau in Alfhausen, Bad Essen und Melle soll an weiteren Stellen im Kreisgebiet der Tiefbau beginnen. Der Baubeginn ist im April geplant.

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Der Landkreis will mit 420 Kilometer Leerrohren und 550 Kilometer Glasfaserleitungen auch die Außenbereiche der Städte und Gemeinden an das schnelle Internet anschließen. Die ländlich geprägten Kommunen, die bisher schlechte Versorgungsquoten haben, werden dabei stärker berücksichtigt als vergleichsweise gut versorgte Kommunen. Die 13000 Haushalte, die von diesem Ausbauschritt profitieren, werden jedoch nicht alle mit einer Bandbreite von mindestens 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) versorgt werden. „Das hängt mit der Entfernung zwischen Kabelverzweiger und Haushalt zusammen. Deshalb ist der Ausbau der Kabelverzweiger nur der erste Schritt, aber ein notwendiger Schritt für den weiteren Glasfaserausbau“, erläutert Müller-Detert.

( Weiterlesen: Kritik an Funklöchern im Osnabrücker Land)

Zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und dem Kabelverzweiger oder Multifunktionsgehäuse genannten grauen Kästen am Straßenrand wird das bisherige Kupferkabel durch Glasfaserkabel ersetzt. Je näher der Kunde an dem Multifunktionsgehäuse wohnt, desto höher ist die Übertragungsgeschwindigkeit. Die Leitungen, die vom Multifunktionsgehäuse zum Verbraucher führen, bleiben aber weiterhin aus Kupfer.

3000 Gewerbebetriebe und Haushalte bekommen Glasfaserdirektanschlüsse

Glück haben rund 3000 Gewerbebetriebe und Haushalte, die allerdings auch schon in diesem Ausbauschritt einen Glasfaserdirektanschluss erhalten sollen. In diesen Fällen können Daten dann auch mit rund einem Gigabit pro Sekunde, also mit 1000 Mbit/s, übertragen werden. Die zusätzlichen 30 Millionen Euro, die vor einem halben Jahr bewilligt wurden, sind ausschließlich für Glasfaserdirektanschlüsse vorgesehen. Mit der Umsetzung dieses Investitionspakets beginnt der Landkreis aber 2019, direkt nach Abschluss der Maßnahmen aus dem 39-Millionen-Euro-Projekt. Eine parallele Umsetzung der Maßnahmen ist laut Müller-Detert nicht möglich, da der zweite Förderantrag an dem Netz anknüpft, das mit den Mitteln aus dem ersten Förderantrag gebaut wird. Bis 2020 sollen in diesem zweiten Schritt rund 3800 Haushalte einen Glasfaserdirektanschluss erhalten. Die Investitionskosten je Haushalt werden dann „wegen der Zersiedelung in den Außenbereichen vergleichsweise hoch sein“, wie Müller-Detert ausführt.

Highspeed für 90 Prozent der Kreishaushalte bis Frühjahr 2019

Der Landkreis rechnet damit, dass nach dem Ausbau aller Kabelverzweiger bis Frühjahr 2019 rund 90 Prozent aller Haushalte im Landkreis mit schnellem Internet versorgt werden. Durch die Glasfaserdirektanschlüsse will der Landkreis diese Quote auf 95 Prozent verbessern.

Zuletzt hatte der ehemalige Erste Kreisrat Stefan Muhle den nachträglichen Netzausbau durch Telekom und Ewetel dafür verantwortlich gemacht, dass die kommunale Ausbauplanung immer wieder angepasst werden musste und der Kreis dadurch seine Breitbandausbauziele verfehlen werde. Muhle hatte auch angeregt, den Millionenerlös aus dem für dieses Jahr geplanten Verkauf des RWE-Aktienpakets in den Ausbau der Glasfasernetze zu investieren. Da die Netze verpachtet würden, kann nach Muhles Einschätzung eine Rendite erzielt werden. Die Investition sei dadurch wirtschaftlich.

( Weiterlesen: Schleppender Breitbandausbau im Kreis Osnabrück)

Landkreis-Sprecher Müller-Detert kritisiert diesen Vorschlag jedoch: „Das Ziel der Telkos ist die Erwirtschaftung einer schwarzen Null. Mit einer Rendite darf nach heutigem Stand nicht gerechnet werden.“ Die Rendite, die der Landkreis aus der Dividende der RWE Aktien erzielt habe, sei jedenfalls deutlich höher. Müller-Detert hält die Anregung des ehemaligen Kreiskämmerers daher „finanzwirtschaftlich nicht für sinnvoll“.


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