Kammermusikkonzert „Wohlklänge“ von Santórsola im Lutherhaus

Von Matthias Liedtke

Facettenreich: Das Quartett aus (von links) Oliver Alt an der Gitarre, Birgit Grünwald an der Flöte, Stefan Mertin am Violoncello und Tigran Sudzhijants an der Viola spielt Santórsola im Lutherhaus. Foto: Hermann PentermannFacettenreich: Das Quartett aus (von links) Oliver Alt an der Gitarre, Birgit Grünwald an der Flöte, Stefan Mertin am Violoncello und Tigran Sudzhijants an der Viola spielt Santórsola im Lutherhaus. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Nur selten gespielte Werke des lateinamerikanischen Komponisten Guido Santórsola waren am Samstag im Osnabrücker Lutherhaus zu hören.

Dabei begann der Abend der unterschiedlichen „Sonoridades“ (Wohlklänge) mit einem beherzten „Morgen“ (Mañana) nach Versen des sinfonischen Dichters Jesús Silva, vorgetragen von Sängerin Natalie Atamanchuk mit glockenhell strahlendem Sopran, der durch Oliver Alts sanft gezupfte klassische Gitarre diskret begleitet wurde.

Nach einem ungleich energischeren „Tú Señor!“ begab sich anstelle der bezaubernden Stimme die aufgeregte Querflöte von Birgit Grünwald an die Seite des Gitarristen, um ebenfalls im Duett die Sonate Nr. 4 zu Gehör zu bringen, im zweiten Satz sehr verdichtet und akzentuiert.

Morbid bis lebhaft

Nach der Pause gehörte die Bühne zunächst Pianistin Barno Akhmedjanova, die einem zarten Stück einen schnell, dynamisch und kraftvoll angeschlagenen brasilianischen Tanz mit beeindruckender Rhythmik folgen ließ. Zu einem weiteren, facettenreichen Höhepunkt geriet das fein harmonierende Quartett Nr. 2, dessen sonor-morbider Grundton im liedähnlichen zweiten Satz durch verschiedene Klangfarben differenziert durchbrochen und emotional aufgehellt wurde. Das furios und stellenweise fast ungebremst lebhafte, ausgeschlafene Finale wirkte schließlich beinahe versöhnlich fröhlich.