In Erinnerung an Roger Willemsen Afghanischer Frauenverein aus Osnabrück baut Schule in Kabul

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Zugang zu Bildung war Roger Willemsen wichtig. In diesem Jahr baut der Afghanischen Frauenverein aus Osnabrück in seinem Gedenken in Kabul eine Schule. Foto: Nadia NashirZugang zu Bildung war Roger Willemsen wichtig. In diesem Jahr baut der Afghanischen Frauenverein aus Osnabrück in seinem Gedenken in Kabul eine Schule. Foto: Nadia Nashir

Osnabrück. Am 7. Februar 2016 starb Roger Willemsen. Zwei Jahre nach dem Tod des Publizisten und Philanthropen soll in Afghanistan mit dem Bau einer Schule begonnen werden, die seinen Namen trägt.

Bauherr ist der Afghanische Frauenverein aus Osnabrück, dessen Schirmherr Willemsen war. Am Stadtrand von Kabul sollen künftig 1000 Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur zwölften Klasse unterrichtet werden.

Wenn in den Medien über Afghanistan berichtet wird, handeln die Nachrichten oft von Anschlägen und Gewalt. Nadia Nashir, die Vorsitzende des Afghanischen Frauenvereins, wehrt sich dagegen, dass das Bild des Landes zu einseitig gezeigt wird. Es gebe auch viel Aufbruchstimmung und Freude in Afghanistan, sagt sie. So berichtet sie zum Beispiel von Kindern, die sich schon darauf freuen, auf das „Gymnasium Safa in Gedenken an Roger Willemsen“ gehen zu dürfen. So soll der offizielle Name der Schule lauten.

Willemsen hatte einen Draht zu Kindern

2005 und 2012 reisten Nashir und Willemsen gemeinsam nach Afghanistan. Die Osnabrückerin hat etliche Fotos auf ihrem Computer, die dokumentieren, dass der Autor und Fernsehmoderator einen Draht zu Kindern hatte. Er hatte aber auch ein Ohr für die Sorgen ihrer Eltern. Als ihm zum Beispiel berichtet wurde, dass es den Menschen an sauberem Wasser mangelte, begann er damit, Spenden für den Bau von Brunnen zu sammeln. Inzwischen sind über 550 angelegt worden.

Dass eine Schule nach ihm benannt wird, hätte Roger Willemsen begrüßt, glaubt Nadia Nashir. Dabei wäre es ihm aber nicht um die Nennung seines Namens gegangen, denn er sei ein bescheidener Mensch gewesen. „Er war immer für Bildung und würde sich freuen, wenn es der Sache dient.“

Für den Afghanischen Frauenverein sei es wichtig, dass der Name seines verstorbenen Förderers genannt wird. Damit deutlich wird, dass Willemsen viel für den Verein getan hat und damit er nicht in Vergessenheit gerät, so die Vorsitzende.

Baubeginn steht bevor

Mit dem Bau der Schule soll im Frühjahr begonnen werden. Ein 5000 Quadratmeter großes Grundstück sei bereits gefunden und ein qualifizierter Bauunternehmer engagiert worden, berichtet Nashir. Die Schule wird neben 24 Klassenräumen unter anderem auch Sanitäranlagen, einen Brunnen, einen Sportplatz, ein Wächterhaus und Grünflächen bekommen. „Der Unterricht soll regelmäßig stattfinden, und alle Kinder sollen Bücher erhalten.“

Der Bau der Schule in Gedenken an Roger Willemsen im Kabuler Stadtteil Safa sei eines der größten Projekte, die der Afghanische Frauenverein bislang in Angriff genommen hat. Noch ist es aber nicht bis zu Ende durchfinanziert. Auf der Internetseite www.musik-bewegt.de unterstützen zahlreiche Musiker soziale Projekte. Die Sänger Klaus Hoffmann und Herbert Grönemeyer werben darauf für die Schule in Kabul. Dass Grönemeyer dabei ist, ist kein Zufall: Er hat Willemsens Nachfolge als prominenter Botschafter des Afghanischen Frauenvereins übernommen.


Weitere Informationen über die Arbeit des Afghanischen Frauenvereins gibt es auf der Vereinshomepage.

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