Von Bus abgedrängt? Osnabrücker Radfahrerin verklagt die Stadtwerke

Von Stefan Buchholz

Vor dem Amtsgericht klagt eine 16-jährige Radfahrerin auf Schmerzensgeld, das ihr die Stadtwerke Osnabrück zahlen sollen. Foto: Archiv/Michael SchwagerVor dem Amtsgericht klagt eine 16-jährige Radfahrerin auf Schmerzensgeld, das ihr die Stadtwerke Osnabrück zahlen sollen. Foto: Archiv/Michael Schwager

Osnabrück. Eine junge Radfahrerin und ihre Eltern befinden sich derzeit in einem Rechtsstreit mit den Stadtwerken Osnabrück: Ein Bus des Unternehmens soll die 16-Jährige bei einem Überholvorgang abgedrängt haben, woraufhin sie stürzte und sich verletzte.

Die Jugendliche war nach eigenen Angaben in Osnabrück auf dem Radweg der Straße Kirchenkamp in Richtung Martinistraße unterwegs. „In einer Kurve überholte ein Bus und drängte mich ab“, sagte sie während eines Gütetermins vor Gericht aus. Obwohl sie eine erfahrene Radlerin sei, habe das Manöver des Busfahrers dazu geführt, dass sie einen Sturz nicht mehr verhindern konnte.

Die 16-Jährige fiel bei dem Unfall unglücklich auf ihren Rennradlenker. Dadurch erlitt sie ein sogenanntes stumpfes Bauchtrauma. Da die Ärzte im Bauchraum Flüssigkeit feststellten, musste sie zwei Tage zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben. Dabei stellte sich glücklicherweise heraus, dass es sich bei der Flüssigkeit nicht um Blut, sondern um Wasser handelte.

Welcher Bus war es?

Die Jugendliche und ihre Eltern erhoben Zivilklage gegen die Stadtwerke. Doch der Verkehrsbetrieb weist die Anschuldigung von sich. „Für uns ist nicht klar, ob es sich um einen Fahrfehler gehandelt hat und um welchen Bus es geht“, sagte ein Vertreter der Stadtwerke am Rand des Prozesses. Eine Zahlung von 200 Euro an die Jugendliche – dies schlug die Richterin beim Gütetermin vor – lehnte der Verkehrsbetrieb ab.

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Dreh- und Angelpunkt des Rechtsstreit ist die Frage, um welchen Bus es sich genau gehandelt hat. Denn die Jugendliche hatte zunächst angegeben, von einem schwarz-roten Gelenkbus abgedrängt worden zu sein. Beim Gütetermin hielt sie aber auch einen sogenannten Plus-Bus mit Anhänger für möglich.

Welches Fahrzeug es genau war, ist deshalb wichtig, weil die Stadtwerke am Kirchenkamp nicht nur eigene Busse fahren lassen. Auch ein anderer Verkehrsbetrieb bedient die Strecke.

Was lässt sich beweisen?

Um herauszufinden, welcher Betreiber auf der im Vier-Minuten-Takt befahrenen Linie zum Zeitpunkt des Unfalls unterwegs war, bedarf es laut der Richterin einer weiteren Prüfung. Hilfreich könnte dabei der Wortlauf des Notrufes sein, den eine Passantin nach dem Unfall absetzte. Die Stadtwerke sollen darüber hinaus Mitteilung machen, welcher ihrer Busse die Aufschrift „Achtung! Heck schwenkt aus!“ trägt. Diese Warnung will die Radfahrerin nämlich während des Unfalls gesehen haben.

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