Konzept in Osnabrück vorgestellt Pfand-Mehrwegbecher sollen Müllberge verkleinern

Von Christoph Beyer

Langfristig sollen die „LogiCup“-Mehrwegbecher bundesweit zurückgegeben werden können. Foto: Swaantje HehmannLangfristig sollen die „LogiCup“-Mehrwegbecher bundesweit zurückgegeben werden können. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. „Mehrweg statt Einweg“ soll zukünftig die Devise lauten, wenn Heißgetränke im „to go“-Becher ausgeschenkt werden. Ein Konzept für ein entsprechendes Mehrwertsystem in Osnabrück ist jetzt in der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) vorgestellt worden.

Experten schätzen, dass weltweit jährlich drei Milliarden Einweg-Becher anfallen. Auch in Osnabrück bringen sie an manchen Tagen die Müllbehälter in der Innenstadt zum Überquellen. Grund genug für die Stadt Osnabrück, sich um eine Eindämmung der Wegwerf-Behältnisse zu bemühen, mit dem Ziel, diese künftig durch deutlich langlebigere Becher zu ersetzen. So hat es der Rat im vergangenen Dezember beschlossen.

Über das „Wie“ informierten sich jetzt Interessierte, darunter viele Gastronomen, aus erster Hand. Die Moderatorin übernommen hatte Ratsmitglied Kerstin Albrecht (Bund Osnabrücker Bürger). Sie begrüßte neben Klaus Rudolph von der Westerkappelner Firma K. Rudolph Automatenservice GmbH Hans Baxmeier von der Firma Logicycle, die als Anbieter gemeinsam das Konzept eines Mehrwert-Systems präsentierten.

Müllmenge gestiegen

Zuvor war es aber an Stadtbaurat und Umweltdezernent Frank Otte, die unter dem Aktionsnamen „PapplOS 2018“ firmierende Idee zu loben, für die Oberbürgermeister Wolfgang Griesert als Schirmherr gewonnen werden konnte. Etwas verhaltener fiel der Begrüßungskommentar von DBU-Vertreter Andreas Skrypietz aus, der sich nach der Länge der Transportwege für die Becher erkundigte. Dass in jedem Fall Bedarf besteht, die gegenwärtige Müllmenge zu reduzieren, führte Hans Schröder vom Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) aus, denn diese sei, wie auch in anderen Städten, zuletzt stark angestiegen.

„Leicht, handlich und gut zu reinigen, so lauten die wichtigsten Kriterien für den Mehrwert-Becher,“ betonte Konzeptmitentwickler Klaus Rudolph, der auch gleich die Befürchtung langer Transportwege zerstreuen konnte. Wie die „Pfandkette“ im einzelnen funktionieren könnte, führten er und Hans Baxmeier mit Verweis auf das seit Langem etablierte Flaschenpfand aus. Langfristiges Ziel sei es, dem Verbraucher eine bundesweite Rückgabemöglichkeit der mit 50 Cent Pfand zu Buche schlagenden Becher zu ermöglichen.

Mehrweg als Umsatzbringer?

Um Teil des „LogiCUP“-Mehrwert-Systems zu werden, müssen sich Gastronomen einmalig anmelden. Mittels einer App besteht danach Kontakt zu dem Systemanbieter. Rudolph und Baxmeier betonten, dass die Umstellung durchaus eine Umsatzbelebung mit sich bringen könne, wenn künftig auch umweltbewusste Konsumenten, die bislang bewusst auf „to go“-Getränke verzichten, zu dem zu 100 Prozent recycelbaren Becher greifen.

Kritische Nachfragen zum Mehrwertsystem wurden vonseiten einiger Gastronomen aufgeworfen, die vor allem Fragen des zusätzlichen Arbeitsaufwands betrafen. Dieser sei zwar vorhanden, räumten die Firmenvertreter ein, doch würden die Vorteile des Systems überwiegen. Zwar konnten sie mit diesem Resümee keine Begeisterung wecken, die wohlwollende Skepsis der Teilnehmer ließ aber auch keine grundsätzlichen Vorbehalte erkennen.

Hat das „LogiCup“-Konzept mitentwickelt: Klaus Rudolf von der Westerkappelner Firma Rudolph-Automaten. Foto: Swaantje Hehmann

(Weiterlesen: Coffee-to-go-Becher aus Osnabrück verbannen)