Aufs Jahr gesehen dennoch zu hoch Niedrigster Stickstoffdioxidwert am Schlosswall seit Oktober

Von Jörg Sanders

Am Schlosswall misst die Verkehrsstation seit Jahren zu hohe Stickstoffdioxidwerte. Foto: David HausfeldAm Schlosswall misst die Verkehrsstation seit Jahren zu hohe Stickstoffdioxidwerte. Foto: David Hausfeld

Osnabrück. Die Station zur Messung der Luftqualität am Osnabrücker Schlosswall hat im Januar einen Mittelwert von 42 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft (µg/m³) gemessen. Das ist der niedrigste Wert seit Oktober 2017. 40 Mikrogramm dürfen es am Ende des Jahres sein – und diesem Jahr ist die Einhaltung der Grenzwerte in Osnabrück besonders wichtig.

42 Mikrogramm im Januar sind im Vergleich zu den Vorjahren ein durchaus guter Start ins neue Jahr. Im Januar 2017 hatte der Mittelwert 52 Mikrogramm betragen, im Januar 2016 47.

Und dennoch: Nur in Oldenburg ist der aktuelle Wert mit 44 Mikrogramm schlechter als in Osnabrück mit 42, wie aus vorläufigen Zahlen des Lufthygienischen Überwachungssystems Niedersachsen hervorgeht. Alle anderen Verkehrsstationen im Land maßen maximal 40 Mikrogramm. Mehr dürfen es am Ende des Jahres im Mittel nicht sein, so will es die EU.

Die 40 Mikrogramm im Jahresmittel hatte Osnabrück bislang nie eingehalten. Die EU hat zwar ein Auge auf die Werte und droht dem Bund mit Strafzahlungen, die sich dieser wohl vom Land und womöglich mit einem neuen Gesetz von der Stadt wiederholen würde; akuter ist momentan die drohende Klage der Deutschen Umwelthilfe, die bereits mehrere Städte wegen zu schlechter Luftwerte verklagt hatte.

Auch in Osnabrück wäre denkbar, dass das Verwaltungsgericht im Falle einer erfolgreichen Klage der Umwelthilfe ein Fahrverbot für ältere Dieselfahrzeuge erlässt. Auch der Verkehrsclub VCD Osnabrück behält sich eine Klage gegen die Stadt vor.

Spannender Ausblick

Spannend ist der Ausblick auf die Monatswerte für den Februar, die Anfang März bereitstehen. Am Neumarkt dürfte sich die Luft nach der erneuten Öffnung am Freitag wohl wieder verschlechtern. Nach der vergangenen Sperrung hatte sich die Luft dort deutlich verbessert. Am Schlosswall hingegen könnte der NO2-Wert durch die Neumarktöffnung weiter sinken.

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