Politik bedroht Musiklandschaft Fehlen bald die Proberäume in Osnabrück?


Osnabrück. Um die 300 aktive Bands gibt es derzeit in Osnabrück, und alle müssen proben. Viele von ihnen sind in der ehemaligen Limberg-Kaserne oder am ehemaligen Güterbahnhof untergekommen. Doch das politische Tagesgeschäft bedroht die Musikbiotope.

In einer Durchreiche erscheint der Kopf einer jungen Frau. Sie blickt auf ihre Freunde und sagt mit einem Grinsen: „Das sind richtig harte Jungs.“ Dann krabbelt sie mit ein paar Queues durch die Durchreiche in einen großen Raum mit Billardt

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Seit über dreißig Jahren kennt Tom Bullmann die Osnabrücker Musikszene. Aber selbst ihn überrascht es , wie dicht diese klingende Kulturlandschaft gewachsen ist. Das Schönste dabei: Profis und Amateure koexistieren prächtig. So hat er am Limberg Alexander, Marius und Felix aus Paderborn getroffen. Die drei haben sich dort einen kleinen Proberaum gemietet, und zwar einfach, „weil wir Bock auf Musik haben.“ Zu Hause in Paderborn gibt es keine Möglichkeiten, Musik zu machen, ohne andere zu stören. Fragt sich nur: Wie lange kann das Trio sein kleines Stück Freiheit in Osnabrück noch genießen?

Fotograf David Ebener – unmusikalisch, seine Musikschulklasse wurde wegen Talentfreiheit der Schüler aufgelöst – fiel es beim Besuch verschiedener Bands in der „Kulturkaserne“ schwer, die journalistische Objektivität zu bewahren. Zu stark war die Empathie für die Künstler, die noch nicht die großen Namen haben, welche Prestige für die Friedensstadt bedeuten, aber dennoch einen unschätzbar wertvollen Kulturbeitrag leisten. Zu stark das Gefühl des Unrechts, dass diese kreativen Menschen in der Angst leben müssen, es könnte morgen alternativlos vorüber sein. Es droht ein massiver Verlust an kultureller Diversität.

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