Auftrag zur Problemlösung Maidorf in Osnabrück: Politiker machen weiter Druck

Von Wilfried Hinrichs

Maidorf 2015 in Osnabrück. Foto: Michael GründelMaidorf 2015 in Osnabrück. Foto: Michael Gründel 

Osnabrück. CDU, SPD und BOB setzen Stadtbaurat Frank Otte unter Druck, eine Lösung für das Maidorf zu finden. Dem beliebten Treffpunkt auf der Maiwoche droht aus Sicherheitsgründen das Aus.

Der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss beschäftigte sich am Dienstag auf Antrag von CDU/BOB und SPD noch einmal mit dem Maidorf-Problem. Der Ausschuss, das höchste politische Gremium nach dem Rat, gab der Verwaltung den Auftrag, „im Rahmen des geltenden Rechts alles dafür zu tun, dass das Maidorf am Marktplatz doch noch stattfinden kann“. Der Verwaltungsausschuss zieht dabei auch eine deutliche Begrenzung der Besucherzahlen, mehr Ordner und schärfere Kontrollen in Betracht. Die Verwaltung solle alle Möglichkeiten aufzeigen, unter welchen Voraussetzungen das Maidorf genehmigungsfähig wäre. Die Fraktionen fordern dabei keine weiteren Problembeschreibungen, sondern konstruktive Ideen: „Hierbei sind Vorschläge zur Lösung der nicht genehmigungsfähigen Bestandteile vorzulegen, die eine Durchführung des Maidorfs zum Ziel haben“, heißt es im Beschluss des Verwaltungsausschusses.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) sagte, die Stadt habe in den vergangenen Jahren immer alles unternommen, um das Maidorf zu ermöglichen. „Auch jetzt tun wir alles, was rechtlich möglich ist, für dieses Ziel.“

Seit 14 Jahren ist das Maidorf ein wichtiger Bestandteil der Maiwoche, das jeweils bis zu 80000 Feiernde aufsuchen. Die Arena ist ein Eigenbau, der in den vergangenen Jahren immer nur „unter Bauchschmerzen“ genehmigt worden sei, wie Stadtbaurat Frank Otte (Grüne) sagte. Steigende Besucherzahlen und die zunehmende Sensibilität für Sicherheitsragen veranlassten Otte, in diesem Jahr die Genehmigung zu versagen. Die Loveparade-Katastrophe in Duisburg hat die Verantwortungsträger vorsichtiger werden lassen. Otte stuft das Maidorf statisch und brandschutztechnisch als sicher ein, doch fehle die rechtliche Grundlage. Das Maidorf passe weder in die Landesbauordnung noch ins Veranstaltungsrecht.

Die Lösung hält der Tüv Nord in den Händen. Wenn der Tüv für das gesamte Maidorf ein sogenanntes Baubuch erstellt und absegnet, ist auch Otte zur Unterschrift bereit. Das Maidorf gilt rechtlich als „fliegenden Bauwerk“. Ein Baubuch enthält alle Daten über Aufbau, Statik, Materialien, Sicherheitsvorkehrungen. Baubücher gibt es nach Angaben von Maidorf-Betreiber Frederik Heede für die einzelnen Bauteile wie Empore und Boden, aber nicht für das Gesamtbauwerk. Bis Ende März will der Tüv seine Prüfung abgeschlossen haben.