Alexander Bonde Neuer Chef der Bundesstiftung Umwelt startet „elektrisiert“

Von Anne Spielmeyer

Hoch die Tassen: Der neue Generalsekretär der DBU, Alexander Bonde, ist am Donnerstag gestartet und hat in einem ersten Schritt die Mitarbeiter zum Kaffee gebeten. „Damit Fachbereiche ein Gesicht bekommen.“ Foto: Michael GründelHoch die Tassen: Der neue Generalsekretär der DBU, Alexander Bonde, ist am Donnerstag gestartet und hat in einem ersten Schritt die Mitarbeiter zum Kaffee gebeten. „Damit Fachbereiche ein Gesicht bekommen.“ Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Der Neue ist da: Alexander Bonde hat als Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) sein Büro in Osnabrück bezogen. Am ersten Tag stapelt er hoch – zumindest die Tassen.

Die Türme sauberer Kaffeetassen im Büro von Alexander Bonde verraten: Heute steht ein Besuchermarathon an. Es ist der erste Tag für den neuen Mann an der Spitze der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Der 43-Jährige nutzt den Auftakt, um seine Mitarbeiter zu treffen, „damit Namen und Fachbereiche ein Gesicht bekommen.“ Und damit sie ihn kennenlernen können, den Neuen – den gebürtigen Freiburger, Fan des südbadischen Erstligavereins SC Freiburg. „Den Spielplan der dritten Liga habe ich schon runtergeladen“, zeigt Bonde sich integrationsbereit, auch wenn er dem VfL Osnabrück vorerst nur die Daumen drückt, wenn es gegen Freiburgs Erz-Rivalen geht – den Karlsruher SC. Bonde muss noch warm werden mit Osnabrück, einer Stadt, in der man nicht in nord- und südbadisch differenziert.

Neue Aufgabe, alte Leidenschaft

Bei seiner neuen Aufgabe kann er alte Leidenschaften verbinden: „Den Schutz von Klima und Artenvielfalt sowie die Förderung des Mittelstandes.“ Bonde arbeitete zuletzt in einer Agentur für strategische Kommunikation in Berlin, hatte zuvor aber vor allem als Grünen-Politiker von sich reden gemacht. Er war Mitglied des Bundestags, bevor er von 2011 bis 2016 als Agrarminister in Baden-Württemberg grüne Akzente setzte, indem er zum Beispiel den ersten Nationalpark des Landes auf den Weg brachte. So war es auch nicht die DBU, die ihn aus dem Schwarzwald zum ersten Mal nach Osnabrück lockte, sondern eine Agrarministerkonferenz.

„Elektrisiert“

Inzwischen hat Bonde eine Wohnung am Westerberg bezogen und einen klaren Schnitt mit der Politik gemacht. Er tritt in Osnabrück nicht mit einem 100-Tage-Programm an: „Die DBU ist fantastisch aufgestellt und zeichnet eine ökologische Erfolgsspur“, sagt er mit Blick auf das, was die Vorgänger Fritz Brickwedde (1991-2013) und Heinrich Bottermann, der im Juni als Staatssekretär ins Landwirtschaftsministerium nach Düsseldorf wechselte, aufgebaut haben. Etwas, an das er anknüpfen will. Eine Stelle sei es, die ihn „elektrisiert“ habe.

Ökologisch digitalisiert?

Bonde selbst hängt am Ladekabel: „Ich bin technikaffin.“ Die leeren Regale in seinem Altbau-Büro belegen das. Fast alles, das er für seine Arbeit braucht, hat er auf dem Tablet dabei. Auch beruflich will er ein Augenmerk darauf legen, welche Chancen die Digitalisierung bietet – ökologisch. Stichwort: sharing economy. „Neue Vernetzungsformen bieten Einsparpotenzial“, sagt Bonde. Sie könnten aber auch Probleme mit sich bringen: Wem hilft es, wenn die Vernetzung etwa im Büro Ressourcen spart, aber auf einer anderen Ebene, zum Beispiel im Serverraum, alle Energie frisst? „Niemandem.“ Bonde will sich durch alle Ebenen der ökologischen Verantwortung bohren. Eine unabhängige Stiftung könne innovativ fördern und – anders als die öffentliche Hand – „auch mal was riskieren.“