Arabisches Restaurant in Osnabrück Arabesque am Adolf-Reichwein-Platz schließt – für immer

Von Corinna Berghahn


Osnabrück. Das arabische Restaurant Arabesque war eine Institution in Osnabrück. Doch die endete an diesem ersten Februar 2018 jäh.

Falafel oder Schawarma gefällig? Vor 20 Jahren gab es in Osnabrück nur wenige Lokalitäten, die diese Speisen verkauften. Mit Ausnahme des Arabesque. Im März 1997 noch in der Seminarstraße als kleiner Imbiss gestartet, war es wohl der Ort, an dem viele Osnabrücker ihre erste Falafel gegessen haben.

Im Jahr 2003 zog Arabesque an die Osterberger Reihe und belebte gegenüber dem Grünen Jäger den Platz um den Kogge-Spielplatz mit arabischem Flair: Bauchtanzabende, Falafel, Limonade aus frischer Minze und Shisha-Pfeife gab es in den Räumlichkeiten, die an ein Beduinenzelt erinnerten – oder auch draußen.

Doch seit diesem Donnerstag, dem ersten Februar 2018, sind die Scheiben verhangen, ein Container steht vor der Tür und die Telefonnummer, die im Impressum der Internetseite des Restaurants steht, ist abgeschaltet. Das Arabesque ist Geschichte. Daran ändert auch nicht, dass an der Eingangstür noch ein Zettel mit den Öffnungszeiten hängt.

Das Menü steht noch auf den Tafeln – doch die Scheiben sind zugeklebt. Foto: Corinna Berghahn

Private und wirtschaftliche Gründe

„Das Restaurant ist zu. Seit dem 1. Februar sind wir nicht mehr drin“, bestätigt uns die ehemalige Inhaberin Dominique Nagel-Odeh. Gerüchte, dass man sich nun allein auf Catering spezialisieren werde, verneint sie.

„Tatsächlich ging es schneller, als ich das dachte; daher haben wir uns auch nicht groß von unseren Gästen und Stammkunden verabschieden können“, bedauert sie. „Es ist schade, denn eigentlich wäre Arabesque am 15. März 2018 21 Jahre alt geworden. Wir haben den damals toten Platz belebt, wir wurden mehrere Male für Familienfreundlichkeit ausgezeichnet.“

Doch das Ende von Arabesque habe sich schon länger abgezeichnet. Die Gründe, so viel verrät Nagel-Odeh, liegen im privaten, aber auch im wirtschaftlichen Bereich: Der Außer-Haus-Verkauf scheiterte 2016 kurz nach seiner Einführung an einem technischen Schaden, der diverse Kosten nach sich zog. Zudem sei der Verkaufsstand auf der Maiwoche im Jahr 2017 weggefallen – „ein wichtiges Standbein für uns, aber wir passten nicht mehr in das Konzept“, so Nagel-Odeh. Das Restaurant selbst sei immer noch gut besucht gewesen, „doch mit all den anderen Dingen im Hintergrund musste ich eine Reißleine ziehen.“

Nagel-Odeh ist traurig, denn sie verbindet mit ihrer Zeit als Inhaberin des Arabesque, das sie zusammen mit ihrem Ex-Mann Amer Odeh betrieben hat, viele gute Erinnerungen: „Was wir damals aufgebaut haben, war ganz neu in Osnabrück. So etwas wird es hier nicht mehr geben,“ ist sie sich sicher. Sie selbst will erst einmal Abstand von der Gastronomie nehmen. „Aber mal sehen, was die Zukunft noch bringt.“

Was kommt rein?

Einen Nachfolger für die Räumlichkeiten gibt es schon: Neuer Betreiber ist Hendrik Vogelsang, einer der Gründer des Polly Esthers in der Straße Am Domhof. Aktuell plant er das Konzept für seine neue Lokalität.