Fotoausstellung „Gesichter Russlands“ in der VHS Osnabrück

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Gesichter Russlands. Fotoausstellung vom 9. bis 22. Februar in der VHS Osnabrück. Foto Hannes  HenkelmannGesichter Russlands. Fotoausstellung vom 9. bis 22. Februar in der VHS Osnabrück. Foto Hannes Henkelmann

Osnabrück. In der Volkshochschule Osnabrück werden ab 9. Februar „Gesichter Russlands“ gezeigt. Die Fotoausstellung mit Bildern des Osnabrücker Fotografen Hannes Henkelmann war schon in Berlin, Leipzig und Dresden zu sehen.

Die Fotoausstellung im VHS-Gebäude an der Bergstraße 8 in Osnabrück wird am Freitag, 9 Februar, um 19.30 Uhr mit einem deutsch-russischen Abend eröffnet. Mehrere Autoren lesen ihre Gedichte zum Thema „Freundschaft“ auf Russisch und Deutsch. Im Anschluss werden russische Spezialitäten gereicht. Der Erlös des Abends geht an die Friedensbrücke, die Kinder im vom Krieg zerrütteten Donbass in der Ukraine unterstützt.

Die Fotoausstellung geht zurück auf eine Freundschaftsfahrt, die der Verein „Druschba Global“ seit mehreren Jahren nach Russland organisiert. Der Osnabrücker Fotograf Hannes Henkelmann nahm 2016 und 2017 an den Sternfahrten mit Ziel Moskau teil. Die Ausstellung zeigt Bilder von ihm, von Gerhard Heidorn und weiteren Teilnehmern der Reise. Die Texte zur Ausstellungseröffnung hat Uwe Schmidt vom Literaturbüro Westniedersachsen ausgewählt.

„Reisen tötet Vorurteile“

Druschba heißt auf Deutsch Freundschaft. Ziel der Russland-Fahrten ist es nach Angaben des Druschba-Vereins, gegenseitiges Verständnis zu wecken und Vorurteile abzubauen. Gerade deshalb sei er mitgefahren, sagt Hannes Henkelmann. „Ich reise gern, ich fotografiere gern. Und reisen tötet Vorurteile.“

Der Verein Druschba ist wegen einer angeblich unkritischen Haltung gegenüber Putin, der russischen Ukraine-Politik und der umstrittenen Rocker-Vereinigung Nachtwölfe in die Kritik geraten. Das NDR-Medienmagazin „Zapp“ warf den Friedensfahrern vor, sich in den Dienst russischer Propaganda zu stellen.

Die martialisch auftretenden Nachtwölfe gelten als nationalistisch, antiwestlich und homophob. Anführer ist Alexander Saldostanow, der in Russland als Gesichtschirurg und später in Berlin als Türsteher arbeitete. Er gilt als enger Freund Putins und Verehrer Stalins. Die Nachtwölfe unterstützten die russische Übernahme der Krim.

Hannes Henkelmann und ein Teil der Friedensfahrer kamen 2017 auf der Krim in Kontakt mit dem Chef der Nachtwölfe, der ihnen ermöglichte, zu Beginn eins Konzertes ein Grußwort zu verlesen. Henkelmann weist den Vorwurf zurück, sich nicht ausreichend von den Nachtwölfen distanziert zu haben. „Ein Nationalist hasst andere Länder, ein Patriot liebt sein Land. Von daher habe ich die Nachtwölfe immer als gute Patrioten, aber nie als Nationalisten erlebt“, sagt Henkelmann. „Sie haben sich uns gegenüber immer korrekt und hilfsbereit verhalten.“

Henkelmann, von Beruf Sozialarbeiter bei der AWO und ohne verwandtschaftliche Beziehungen nach Russland, betont, dass der Kontakt mit den Nachtwölfen „nur einen kleinen Teil unserer Begegnungen“ ausgemacht habe. Das NDR-Magazin habe sie in den Mittelpunkt seiner Berichterstattung gestellt, die Intention der Druschba-Friedensfahrt nach Russland aber außen vor gelassen.

An der Friedensfahrt 2017 nahmen 350 Menschen aus 14 Nationen teil. Die Kosten tragen die Reisenden selbst. Urheber der Aktion sind der ehemalige Tübinger Geografie-Professor Rainer Rothfuß und Owe Schattauer, Bauunternehmer und Rapper.


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