Vortrag über Schutz von Löwen Gymnasium Carolinum Osnabrück feiert den Karlstag

Von Frederik Tebbe

Zum Karlstag im Gymnasium Carolinum haben Zoodirektor Michael Böer und Geschäftsführer Andreas Busemann (3. und 4. von links) den Festvortrag „Löwen auf dem Drahtseil – in freier Wildbahn und im Zoo“ gehalten. Anwesend war auch Bürgermeister Burkhard Jasper (links). Schulleiter Helmut Brandebusemeyer hielt die Eröffnungsrede. Foto: Jörn MartensZum Karlstag im Gymnasium Carolinum haben Zoodirektor Michael Böer und Geschäftsführer Andreas Busemann (3. und 4. von links) den Festvortrag „Löwen auf dem Drahtseil – in freier Wildbahn und im Zoo“ gehalten. Anwesend war auch Bürgermeister Burkhard Jasper (links). Schulleiter Helmut Brandebusemeyer hielt die Eröffnungsrede. Foto: Jörn Martens

Osnabrück . In jedem Jahr gedenkt das Osnabrücker Gymnasium Carolinum seines Namensgebers und Gründungsvaters, Karls des Großen. Zum diesjährigen Karlstag hatte die Schule Gäste aus dem Osnabrücker Zoos eingeladen.

„Seit jeher übt der Löwe eine große Faszination auf den Menschen aus“, eröffnete Schulleiter Helmut Brandebusemeyer die Veranstaltung. „Er ist nicht das größte, nicht das schnellste, nicht das stärkste, nicht das aggressivste, nicht das listigste und auch nicht das klügste Tier. Wohl aber umgibt ihn eine majestätische Aura, der wir uns nicht entziehen können.“

Umso nachdenklicher stimmen die Zahlen, die Zoodirektor Michael Böer im Anschluss nannte. Im Jahr 1900 gab es in Afrika circa 200.000 Löwen. 1980 sank ihre Zahl auf 50.000, 2010 schließlich auf etwa 10.000 Exemplare. Der Grund dafür sei, Faszination und majestätischer Aura zum Trotz, sein größter Konkurrent im Kampf um Lebensräume: der Mensch.

Rückgang des Territoriums

Böer verknüpfte das Populationswachstum des Menschen mit dem Rückgang der Löwen. In Afrika werde zunehmend Fläche für urbane Gebiete oder Landwirtschaft beansprucht, sodass das Territorium des „Königs der Tiere“ schrumpfe. Weniger Lebensraum für den Löwen bedeute auch weniger Lebensraum für dessen Beutetiere – und aus diesem Grund hieß der Vortrag, den Böer gemeinsam mit Zoogeschäftsführer Andreas Busemann in der Pausenhalle des Carolinums hielt, „Löwen auf dem Drahtseil – in freier Wildbahn und im Zoo“.

Böer zufolge können Löwen heutzutage fast nur noch in afrikanischen Nationalparks ein artgerechtes Leben führen. Jene Tiere, die außerhalb dieser Parks um Lebensraum kämpften, würden schnell zur Zielscheibe von Jägern. Hinzu kämen „innerartliche“ Aggressionen der Tiere, die sich untereinander bekämpfen, wenn es zu Konkurrenz bei der Paarung komme.

Von hier aus spannte Michael Böer den Bogen zu den Zoos: Diese seien wichtig, um die Erhaltung der Löwen sicherstellen zu können, da hier unter anderem die Fortpflanzung gesteuert und Artenschutz gewährleistet werden könne. Dazu sei eine intensive Kooperation mit Nationalparks wichtig.

Förderverein „Löwen für Löwen“

Das war das Stichwort für Andreas Busemann. Im zweiten Teil des Vortrags stellte er den Förderverein „Löwen für Löwen“ vor, der maßgeblich daran beteiligt ist, bei der Finanzierung des Ausbaus der Löwenanlage im Zoo zu helfen. Diese soll ums Dreifache vergrößert werden. Zum einen, weil der Gesetzgeber inzwischen eine größere Fläche für die Haltung der Tiere verlangt, zum anderen, weil die derzeitige Anlage nicht mehr zeitgemäß ist und sie aus Tier- und auch Besuchersicht verbessert werden muss.

Busemann berichtete von verschiedenen Benefizaktionen zugunsten von „Löwen für Löwen“ wie etwa den derzeit laufenden Winterzauber, ein Charity-Fußballturnier oder auch ein Rudelsingen im Zoo.

Das Carolinum ist Gründungsmitglied von „Löwen für Löwen“ und beteiligt sich mit einer Charity-Party im Alando im November. Im Rahmen der Kooperation sollen etwa auch Zoo-Führungen für Biologie-Kurse der Schule angeboten werden.