Rat beschließt neue Ordnung Osnabrücker Nachtflohmarkt nur noch mit Vorab-Standbuchung

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Der Osnabrücker Nachtflohmarkt findet weiter an jedem ersten Samstag im Mai und an jedem zweiten Samstag im September – künftig jedoch am Ledenhof und mit Standbuchung im Vorfeld.  Foto: Michael GründelDer Osnabrücker Nachtflohmarkt findet weiter an jedem ersten Samstag im Mai und an jedem zweiten Samstag im September – künftig jedoch am Ledenhof und mit Standbuchung im Vorfeld. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Die Zeiten des spontanen Standaufbaus und Trödelverkaufs auf dem Osnabrücker Nachtflohmarkt sind vorbei. Ab sofort müssen Verkäufer ihre Stände im Vorfeld buchen. Das sieht die neue Flohmarktordnung vor, die der Rat jetzt gegen die Stimmen von CDU und FDP bei Enthaltung von BOB beschlossen hat.

Damit wird der Nachtflohmarkt seinen Charakter grundlegend ändern. Der nächste Markt findet im Mai statt – und zwar nicht wie seit 1994 in der Fußgängerzone rings um die Große Straße, sondern erstmals am Ledenhof und an der Katharinenkirche inklusive Reichwein-Platz, Redlinger Straße und Hakenstraße bis zum Kamp.

Über diesen Ortswechsel bestand schon seit November Einigkeit zwischen Verwaltung und den Fraktionen. Unstrittig war auch eine Anpassung der Uhrzeiten an die gängige Praxis. Seit Jahren hat sich der Flohmarkt schleichend immer weiter in Richtung des späten Samstagnachmittags verschoben. Eine Überarbeitung der Flohmarktordung, die den Startzeitpunkt bislang auf 21 Uhr am Samstag festgelegt hatte, war daher überfällig. Ab jetzt dürfen Standbetreiber auch offiziell am Samstag bereits um 17 Uhr mit dem Aufbau beginnen – allerdings nicht wie bislang dort, wo Platz ist, sondern nur auf einer vorab gebuchten Fläche.

Standbuchung Wunsch der Verwaltung

Die Standbuchung war Wunsch der Verwaltung, da das Kassieren der Gebühren am Abend bislang einen hohen Personalaufwand erforderte, wie Frank Otte, der als Verwaltungsvorstand auch für den Bereich Ordnung verantwortlich ist, im vergangenen Jahr erläutert hatte. „Wir haben beim letzten Mal fast nicht genügend Mitarbeiter zusammenbekommen, die wir nachts losschicken konnten“, sagte Otte im November im Ausschuss für Feuerwehr und Ordnung. Einige Standbetreiber hatten Glück und mussten deshalb gar nichts zahlen.

Ein Buchungssystem funktioniert laut Verwaltung nur, wenn die Stände vor Beginn des Aufbaus mit Nummern auf dem Boden markiert werden können. In der Großen Straße vor den Geschäften wäre das schwer möglich – am Ledenhof schon. Überhaupt waren diese Überlegungen erst der Anlass für eine Verlagerung des Marktes.

Buchung sechs Wochen vor dem Markt

Die Standvergabe soll über ein elektronisches Buchungssystem erfolgen. Den entsprechenden Link will die Stadt immer sechs Wochen vor dem Flohmarkttermin freischalten. Die Stände bekommen alle eine einheitliche Größe: drei Meter Länge und zwei Meter Tiefe für 20 Euro. Maximal zwei Stände dürfen pro Person gebucht werden. Bislang waren auch kleinere Stände für zehn Euro möglich – diese fallen fortan weg. Die Bezahlung erfolgt bei der Buchung, die erst dann verbindlich ist. Als Bestätigung bekommen die Händler ein E-Ticket, das sie am Flohmarkttag bei Kontrollen vorzeigen müssen.

Wer im Internet nicht fit ist, bekommt die Möglichkeit, an zwei Tagen, die die Stadt rechtzeitig in der Zeitung und auf osnabrueck.de bekannt geben will, einen Standplatz beim Fachbereich Bürger und Ordnung zu erwerben. Städte wie Münster und Georgsmarienhütte arbeiten schon lange mit Registrierungen, nur in Osnabrück galt bislang das Windhundprinzip, das CDU und FDP wegen des spontanen Charakters auch gern beibehalten hätten. Nur konnten sie sich damit gegen die übrigen Fraktionen nicht durchsetzen. Nur BOB enthielt sich in der Ratssitzung am 30. Januar.

Kleine Fläche für Kurzentschlossene

Was nicht in der Flohmarktordnung steht: Für Kurzentschlossene sei weiterhin vorgesehen – wie zuvor von der Verwaltung vorgeschlagen – eine freie Fläche abzugrenzen, bestätigte Sandra Solf, Leiterin des Fachbereichs Bürger und Ordnung, unserer Redaktion auf Anfrage.

Platz wäre an dem neuen Standort Ledenhof für etwa 500 bis 580 Stände, hieß es Ende vergangenen Jahres aus der Verwaltung. Beim Nachtflohmarkt im Herbst 2017 hatte die Stadt nur 313 Stände registriert, im Frühjahr 2017 waren es 502.

Der Nachtflohmarkt findet an jedem ersten Samstag im Mai und an jedem zweiten Samstag im September statt und lockt Tausende Besucher in die Innenstadt. Nach einem Jahr will die Verwaltung analysieren, wie die Änderungen ankamen.


Entwicklung des Osnabrücker Flohmarktes

Am 2. Mai 1970 startete die Flohmarkttradition in Osnabrück. 17 Jahre feilschten Händler und Schnäppchenjäger im Heger-Tor-Viertel, bevor der städtische Flohmarkt mehrfach verlegt wurde, unter anderem zum Herrenteichswall und zur Halle Gartlage. Seit Mai 1994 findet er in der Fußgängerzone rund um die Große Straße statt, und zwar an jedem ersten Sonntag im Mai und jeden zweiten Sonntag im September. Parallel kamen diverse andere Flohmärkte hinzu, etwa die Flohmärkte der Stadtwerke Osnabrück im Moskaubad und zahlreiche Floh- und Trödelmärkte kommerzieller Anbieter.

Die Zahl der Stände beim städtischen Nachtflohmarkt schwankt erheblich. Im September 2017 waren es lediglich 313, im Frühjahr 2017 hingegen waren es noch 502 Stände. Im September 2016 hat die Stadt 409 Stände registriert, im Mai 2016 wiederum waren es 605.

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