Mehrheit gegen CDU und BOB Glyphosat wird auf städtischen Flächen in Osnabrück verboten

Von Rainer Lahmann-Lammert

Das Totalherbizid Glyphosat  soll nach dem Willen des Rates nicht mehr auf städtischen Flächen ausgebracht werden. Symbolfoto: dpaDas Totalherbizid Glyphosat soll nach dem Willen des Rates nicht mehr auf städtischen Flächen ausgebracht werden. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Auf städtischen Flächen darf das Totalherbizid Glyphosat künftig nicht mehr versprüht werden. Das hat der Rat mit den Stimmen von SPD und Grünen, FDP, UWG/Piraten und Linken beschlossen.

„Menschen, Vögel und Insekten schützen. Glyphosat eindämmen“ – so war der Antrag der Grünen überschrieben. Demnach soll die Stadt den Einsatz des umstrittenen Pflanzenschutzmittels auf allen neu zu verpachtenden Nutzflächen verbieten und auf bereits verpachteten Flächen auf eine Einschränkung hinwirken. Zugleich wird den städtischen Eigenbetrieben vorgeschrieben, „auch künftig“ ohne Glyphosat und Neonicotinoide zu verzichten.

Ratsherr Volker Bajus (Die Grünen) forderte eine Umkehrung der Beweislast beim Umgang mit Agrochemikalien: So lange die Unschädlichkeit nicht bewiesen sei, gehöre das Zeug in die Giftkammer. Die deutsche Landwirtschaft stehe auf der Bremse, aber die Stadt Osnabrück habe es in der Hand, einen Schritt schneller zu gehen als der Gesetzgeber.

Die CDU/BOB-Gruppe brachte einen Änderungsantrag ein, der im Kern statt des Verbots eine Empfehlung zum Verzicht von Glyphosat vorsieht. Außerdem solle die Stadt darauf hinwirken, dass bei der Neuverpachtung von Nutzflächen überall dort, „wo es möglich und sinnvoll ist, in Kooperation mit den Pächtern Nischen- und Rückzugsräume für Insekten in Form von ein- und mehrjährigen Blühstreifen angelegt“ werden. Dieser letzte Passus fand die Zustimmung aller Ratsfraktionen. Die Mehrheit im Rat wollte sich jedoch nicht mit der Empfehlung zufriedengeben und votierte für das Verbot.