Predigt in einfacher Sprache Ökumenische Gedenkfeier für Naziopfer in Osnabrück

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In der Marienkirche erinnerte man in einer Gedenkfeier an die getöteten Menschen im Zuge der NS-Vernichtungspolitik und an die Opfer der Nazi-Gewaltherrschaft. Foto: Thomas OsterfeldIn der Marienkirche erinnerte man in einer Gedenkfeier an die getöteten Menschen im Zuge der NS-Vernichtungspolitik und an die Opfer der Nazi-Gewaltherrschaft. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Mit einer ökumenischen Gedenkfeier ist am Samstagvormittag in der St.-Marien-Kirche in Osnabrück der Millionen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland gedacht worden.

„Sieh her: Ich habe dich eingezeichnet in meine Hände.“ Der Satz aus dem alttestamentarischen Buch Jesaja war der rote Faden der Gedenkfeier. In seiner – in einfacher Sprache formulierten – Predigt vor vielen Mitarbeitern aus den regionalen beschützenden Werkstätten griff Superintendent Joachim Jeska den Satz des biblischen Propheten auf. Übersetzt bedeuteten die Worte: „Gott will keinen von uns Menschen vergessen.“ Alle seien wichtig, gleich ob mit oder ohne Behinderung.

Deshalb ist es auch gut, dass sich Menschen ebenfalls an jene erinnerten, die bereits verstorben sind, so Jeska weiter. Dies könne auf Friedhöfen geschehen. „Und wir machen das in unserer Stadt Osnabrück auch mit den sogenannten Stolpersteinen, die man vor einigen Häusern im Pflaster sehen kann. Wir wollen keine Namen vergessen, ganz besonders nicht von Menschen, denen andere Leid zugefügt haben.“

Erinnerung an Naziopfer

In der sehr gut besuchten Gedenkfeier erinnerten Menschen mit und ohne Handicap an vier Osnabrücker, die den nationalsozialistischen Euthanasie-Morden zum Opfer fielen. Von ihnen war das jüngste drei Jahre jung, das älteste, ein ehemaliger Lehrer und Autor, wurde mit 66 Jahren vergast.

Zugleich wurden auch Fakten der nationalsozialistischen Mordpolitik benannt. Hatten Ärzte zunächst 70.000 Kranken und Menschen mit Behinderung als „Ballastexistenzen“ töten wollen, kamen während der Vernichtungsaktionen tatsächlich 160.000 Menschen um: Sie ließ man verhungern, vergiften und vergasen.

Die Gedenkfeier begleitete der Matthäus-Chor Osnabrück und die Flötengruppe der Werkstatt Sutthausen. Alljährlich erinnern die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück, das Ameos–Klinikum, der Caritasverband Osnabrück und die Hilfe für hörgeschädigte Menschen in Niedersachsen an NS-Euthanasie-Opfer. Die ökumenische Veranstaltung findet immer am 27. Januar statt.

Tag der Auschwitzbefreiung

An diesem Tag wird seit 1996 bundesweit der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Am 27. Januar 1945 befreite die sowjetische Rote Armee die Vernichtungs- und Konzentrationslager von Auschwitz und Birkenau. Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust wurde der 27. Januar von den Vereinten Nationen im Jahr 2005 erklärt.


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