Standbuchung ja oder nein? Osnabrücker Nachtflohmarkt zieht im Mai an den Ledenhof

Von Sandra Dorn

In diesem Jahr wird der Nachtflohmarkt nicht in der Osnabrücker Fußgängerzone sondern ringsum den Ledenhof und in der Redlinger Straße stattfinden. Foto: Archiv/David EbenerIn diesem Jahr wird der Nachtflohmarkt nicht in der Osnabrücker Fußgängerzone sondern ringsum den Ledenhof und in der Redlinger Straße stattfinden. Foto: Archiv/David Ebener

Osnabrück. Im Mai findet der Osnabrücker Nachtflohmarkt erstmals am Ledenhof statt. Ob es dabei eine Vorab-Platzvergabe geben wird, entscheidet am 30. Januar der Rat.

Es könnte noch knapp werden. Im jüngsten Ausschuss für Feuerwehr und Ordnung setzten sich CDU und FDP durch. Sie sind gegen eine Standbuchung im Vorfeld. SPD und Grüne sind dafür und unterlagen mit einer Stimme weniger. Die übrigen Fraktionen werden im Rat am Dienstag den Ausschlag geben.

In allen anderen Punkten sind sich die Fraktionen jedoch einig: Es bleibt bei den etablierten Flohmarktterminen an jedem ersten Samstag im Mai und jedem zweiten Sonntag im September. Die Zeiten werden an die gängige Praxis angepasst. Formell startete der Nachtflohmarkt bislang erst um 21 Uhr am Samstag – doch niemand hielt sich daran. Viele Stände wurden verbotener Weise bereits am frühen Nachmittag aufgebaut und das Ordnungsamt drückte beide Augen zu. Künftig ist der offizielle Beginn bereits um 18 Uhr, ab 17 Uhr dürfen die Händler aufbauen. Ende der Veranstaltung ist am Sonntag um 2 Uhr nachts.

Umzug an den Ledenhof

Gravierendste Neuerung ist der Umzug von der Fußgängerzone an den Ledenhof, konkret in die Straßen Ledenhof, Redlinger Straße, Adolf-Reichwein-Platz, Osterberger Reihe, An der Katharinenkirche, Hakenstraße zwischen Kamp und An der Katharinenkirche, sowie Gehweg Kamp zwischen Osterberger Reihe und Redlinger Straße.

An den Standgeldern ändert sich nichts, sofern sich nicht doch noch eine Mehrheit für eine Vorab-Standvergabe findet. Bislang kassierten die städtischen Mitarbeiter die Standgebühren vor Ort ab und jeder durfte seinen Stand nach dem Windhundprinzip dort aufstellen, wo Platz war. Die Verwaltung hatte dafür plädiert, auf ein Online-Buchsystem umzusteigen. „Wir haben beim letzten Mal fast nicht genügend Mitarbeiter zusammenbekommen, die wir nachts losschicken konnten“, hatte Stadtvorstand Frank Otte im November erläutert.

Online-Buchsystem

Falls noch ein Online-Buchsystem eingeführt wird, hätte jeder Stand eine Größe von 3 Metern Länge und 2 Metern Tiefe und würde 20 Euro kosten. Maximal zwei Stände dürfte jeder Betreiber mieten. Falls sich die CDU auch im Rat durchsetzt und die Stadt auf die Vorab-Buchung verzichtet, ginge es auch günstiger: Für den ersten Meter Auslage- und Verkaufsfläche würden wie bislang 10 Euro anfallen, 5 Euro für den zweiten bis sechsten Meter und für jeden weiteren Meter 20 Euro.


Entwicklung des Osnabrücker Flohmarktes

Am 2. Mai 1970 startete die Flohmarkttradition in Osnabrück. 17 Jahre feilschten Händler und Schnäppchenjäger im Heger-Tor-Viertel, bevor der städtische Flohmarkt mehrfach verlegt wurde, unter anderem zum Herrenteichswall und zur Halle Gartlage. Seit Mai 1994 findet er in der Fußgängerzone rund um die Große Straße statt, und zwar an jedem ersten Sonntag im Mai und jeden zweiten Sonntag im September. Parallel kamen diverse andere Flohmärkte hinzu, etwa die Flohmärkte der Stadtwerke Osnabrück im Moskaubad und zahlreiche Floh- und Trödelmärkte kommerzieller Anbieter.

Die Zahl der Stände beim städtischen Nachtflohmarkt schwankt erheblich. Im September 2017 waren es lediglich 313, im Frühjahr 2017 hingegen waren es noch 502 Stände. Im September 2016 hat die Stadt 409 Stände registriert, im Mai 2016 wiederum waren es 605.