Ein Baubuch wäre die Lösung Neue Hoffnung: Tüv will Maidorf zügig prüfen

Von Wilfried Hinrichs

Das Maidorf war immer gut besucht, wie hier beim Public Viewing. Archivfoto: HehmannDas Maidorf war immer gut besucht, wie hier beim Public Viewing. Archivfoto: Hehmann 

Osnabrück. Das Fünkchen Hoffnung für das Maidorf glimmt noch: Der Tüv hat angekündigt, die Unterlagen bis Ende März zu prüfen.

Eine Sprecherin des Tüv Nord teilte auf Anfrage unserer Redaktion schriftlich mit: „Die erforderlichen Standsicherheitsnachweise für das Maidorf sind bei uns eingegangen und werden, wie mit dem Betreiber besprochen, bis Ende März von uns geprüft und zu einem Baubuch zusammengefasst.“ Das Baubuch – das ist der bislang fehlende Baustein für die erneute Genehmigung der selbstgebauten Partyarena auf der Maiwoche.

Maidorf war immer sicher

Wie Stadtbaurat Frank Otte auf Nachfrage versicherte, war das Maidorf in der Vergangenheit sicher. Die Besucher waren nach seinen Angaben nicht in Gefahr. Es seien rechtliche Gründe, die ihn veranlasst hätten, jetzt die Genehmigung zu versagen, betonte Otte auf Nachfrage unserer Redaktion.

Das Maidorf ist ein Eigenbau, das auf die besonderen Bedingungen des engen Platzes an der Stadtbibliothek abgestimmt ist. Juristisch betrachtet, scheint es in einem Niemandsland zu stehen. Wie Otte erklärt, fällt es weder unter die Landesbauordnung noch unter das Veranstaltungsrecht. Für solche Fälle sieht der Gesetzgeber ein Baubuch des Tüv als Rechtsgrundlage vor. Das heißt: Alle technischen Details, Aufbaupläne, Statiken, Materialbeschreibungen, Sicherheitsbestimmungen, Notfallkonzepte, alle Nachweise und Genehmigungen werden vom Tüv in einem Baubuch zusammengefasst, geprüft und, falls es keine Bedenken gibt, genehmigt.

Bis Ende März will der Tüv die Prüfung abgeschlossen haben. Das wäre für Betreiber Frederik Heede gerade noch rechtzeitig, um das Maidorf auch 2018 an den Start bringen zu können. Heede liegen bereits zahlreiche Reservierungsanfragen von Unternehmen vor, die traditionell Kunden und Mitarbeiter zur Maiwoche ins Maidorf einladen. Im Moment muss er sie vertrösten. (Lesen Sie auch: Osnabrücker Bürger über das Aus des Maidorfs)

Genug Personal, sagt der Tüv

Vorwürfe, der Tüv beschäftige nur einen Mitarbeiter in der Abteilung für „Fliegende Bauten“, weist die Tüv-Pressesprecherin zurück. Der Tüv Nord verfüge über „genügend Personal für eine Prüfung und Genehmigung im geplanten Zeitrahmen“, teilte sie unserer Redaktion mit. Stadtbaurat Otte äußerte Verständnis, dass der Tüv bislang eine Antwort schuldig blieb. „Das ist eben kein normales Festzelt, wie man es vom Oktoberfest oder Schützenfest in Hannover kennt.“ (Videoumfrage: Osnabrücker Maiwoche ohne Maidorf? Das sagen die Osnabrücker)

Im Ausschuss für Feuerwehr und Ordnung sagte Otte vorige Woche, dass die fehlende Rechtsgrundlage auch im Vorjahr ein Thema gewesen war, aber alle Beteiligten, auch die Feuerwehr, gesagt hätten: „Wir lassen es in diesem Jahr noch mal laufen.“ Otte sagte, die Verwaltung habe eigentlich in jedem Jahr noch kurz vor Eröffnung etwas zu monieren gehabt, zu schmale Fluchtwege zum Beispiel. Und: „Die Verwaltung hat Herrn Heede immer wieder aufgefordert, mit dem Tüv Nord Kontakt aufzunehmen.“

Feuerwehr-Chef Dietrich Bettenbrock bestätigte in der Sitzung Ottes Einschätzung.„Jedes Jahr gab es Probleme, teilweise noch nach der Eröffnung“, sagte Bettenbrock. Zwei Punkte seien immer kritisch gewesen: die Gefahr eines Brandüberschlags auf die Stadtbibliothek und die Fluchtwege. Der Betreiber habe die Auflagen auf Druck der Feuerwehr dann aber erfüllt, so dass die Besucher sich sicher fühlen konnten. (Weiterlesen: Osnabrücker Marketingchefin „fassungslos“ über Maidorf-Aus)