„Schön, wenn es weitergeführt wird.“ Osnabrücker Bürger über das Aus des Maidorfs

2018 wird es das Maidorf am Platz des Westfälischen Friedens nicht geben. Foto: Michael Gründel2018 wird es das Maidorf am Platz des Westfälischen Friedens nicht geben. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Die Maiwoche soll dieses Jahr zum ersten Mal seit 14 Jahren ohne das Maidorf stattfinden. Die Osnabrücker Bürger sind einerseits enttäuscht darüber, zeigen aber auch Verständnis – und regen dazu an, strenge Sicherheitskonzepte zu überdenken und zu hinterfragen.

Wenn die Behörden bis Ende März das Maidorf nicht bewilligen, wird die Maiwoche 2018 die erste seit 14 Jahren sein, die ohne die beliebten Partys am Platz des Westfälischen Friedens stattfindet. Es bestünde noch „ein Fünkchen Hoffnung“, dass das Maidorf errichtet werden könne, so Betreiber Frederik Heede in einer Pressekonferenz – doch es ist davon auszugehen, dass es dieses Jahr nicht dazu kommen wird.

„Es wäre besser, wenn das Maidorf erhalten bleibt.“

Befragt man die Osnabrücker Bürger dazu, sind sie sich uneins über das Maidorf und seinen Beitrag zum Gelingen der Maiwoche. Auch wenn nicht jeder ein Fan des Partyangebots ist, ist man sich dennoch sicher, dass es ein fester Bestandteil, ein Highlight und großer Anziehungspunkt des Osnabrücker Stadtfests ist. „Von daher wäre es schön, wenn das auch weitergeführt wird“, gibt eine Passantin auf dem Kamp an. „Ich denke durchaus, dass es besser wäre für die Maiwoche, wenn das Maidorf in irgendeiner Form erhalten bleibt“, ergänzt ein anderer auf der Großen Straße. Es war schließlich immer was los, es habe Spaß gemacht, dort zu feiern, findet ein Großteil der Befragten.

Vielfalt auch ohne Maidorf

Es gibt aber auch Stimmen, die das Maidorf nicht zwingend vermissen werden. Stattdessen sei an der Maiwoche immer besonders schön gewesen, dass man sich draußen an den zahlreichen Buden und Ständen aufhalten kann. Da ist sich auch ein Leser auf noz.de sicher: „Ich habe es während der Maiwochen nie vermisst - die Vielfalt der kleinen Bühnen hat mich immer wieder überzeugt und wird es sicherlich auch dieses Jahr schaffen.“

„Man muss die Leute nicht vor jedem Risiko schützen.“

Errichtet wird es 2018 voraussichtlich nicht, weil sein Sicherheitskonzept überdacht werden soll. Dies ist vor allem bei sogenannten „fliegenden Bauten“ der Fall, zu denen das Maidorf zählt. Diese unterliegen bestimmten Vorschriften. Seit dem Loveparade-Unglück in Duisburg 2010 ist die strukturelle Sicherheit auf Großveranstaltungen ein ebenso wichtiges wie sensibles Thema. Entsprechend sei es für viele Befragte gerechtfertigt, dass die Sicherheit der Maidorf-Gäste gewährleistet werden muss. Ist dies nicht der Fall, sei es durchaus legitim, ein Jahr auszusetzen, bis die Konzepte überarbeitet wurden. Ein Passant in der Osnabrücker Altstadt ist sich jedoch sicher: „Man muss die Leute nicht vor jedem Risiko schützen. Man muss den Leuten nur sagen, welches Risiko besteht. Und wenn sie sagen, es gibt eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit, verletzt zu werden, aber sie gehen trotzdem hin, dann ist das deren Entscheidung. Das Sicherheitskonzept halte ich von den Städten für ein bisschen übertrieben.“


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