„Raumpatrouille“ und „Memory Boy“ Matthias Brandt und Jens Thomas im Osnabrücker Theater

Ihre Wort-Musik-Collage „Raumpatrouille“ und „Memory Boy“ tragen Matthias Brandt (links) und Jens Thomas am Sonntag in Osnabrück vor. Foto: Mathias BothorIhre Wort-Musik-Collage „Raumpatrouille“ und „Memory Boy“ tragen Matthias Brandt (links) und Jens Thomas am Sonntag in Osnabrück vor. Foto: Mathias Bothor

Osnabrück. Matthias Brandt und Jens Thomas haben es geschafft, das voll besetzte Theater mit ihren musikalischen Lesungen „Psycho“ und „Angst“ zum Schweigen zu bringen. Am Sonntag, 28. Januar, sind sie wieder da. Dann werden die Zuschauer wahrscheinlich nicht vor Spannung den Mund halten, sondern auch mal lachen. 

Am Sonntag kommen der Schauspieler und der Musiker ins Osnabrücker Theater, um ihre – wie sie es nennen – Wort-Musik-Collage „Raumpatrouille“ und „Memory Boy“ vorzutragen. 

Matthias Brandt ist der Sohn von Ex-Kanzler Willy Brandt und dessen Frau Rut. Er spielte in zahlreichen Filmen und Serien mit. Vor allem durch seine Darstellung des Kommissars Hanns van Meuffels im „Polizeiruf 110“ ist er einem breiten Publikum bekannt geworden.

Jens Thomas war zunächst nur als Jazz-Pianist tätig, aber er erweiterte sein Spektrum und wandte sich experimentellen Formen der Musik zu. Vor allem für sein Album „Speed of Grace“ erhielt er viel Aufmerksamkeit. Darauf verwandelte er die Songs der Rock’n’Roller AC/DC in Kammermusik.

Die Spannung, die Matthias Brandt und Jens Thomas bei ihren bisherigen Lesungen in Osnabrück aufgebaut haben, erzeugten beide nur durchs Lesen und punktuelle Klänge, die das Gelesene begleiteten. Das haben beide so meisterhaft gemacht, dass die Zuschauer von ihnen so gefesselt waren, dass kaum jemand wagte, einen Ton von sich zu geben.

Bei dem neuen Projekt stützen sich Brandt und Thomas auf ihre Solo-Projekte. Brandt hat in seinem Buch „Raumpatrouille“ Geschichten aus seiner Kindheit aufgeschrieben. Die spielen sich in der ehemaligen deutschen Hauptstadt Bonn ab, erzählen von den kauzigen Kollegen des Vaters, wie zum Beispiel Herbert Wehner, dem Nachbarn Heinrich Lübke, der mal Bundespräsident war und dem kleinen Matthias Kakao machte, oder schwer bewachten Jahrmarktsbesuchen.

Das Album „Memory Boy“ entstand parallel zur „Raumpatrouille“. Jens Thomas hat einen Soundtrack zu dem Buch geschrieben, der aus Jazz, Rock, Pop und Elektro besteht. Er selbst sieht sich in der Tradition von Musikern wie Nick Cave oder Leslie Feist, die, so wie er es sagt, ihren Zuhörern unmittelbar und ehrlich begegnen und dabei helfen, die Schönheit und die Brutalität des Lebens auszuhalten.

Matthias Brandt & Jens Thomas, Theater, Osnabrück, So., 28. 1., 20 Uhr, Eintritt: 23,75 bis 33,65 Euro. Tickets erhältlich in den Geschäftsstellen der Tageszeitung oder unter Kartentelefon: 0541/7607780.


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