Altes Schiff muss weg So soll der Koggestrand in Osnabrück ab Mai aussehen

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Die Kogge des Spielplatzes am Adolf-Reichwein-Platz muss die Stadt altersbedingt austauschen. Das Schiff ist bei Kindern sehr beliebt. Foto: OSB/Oliver PrachtDie Kogge des Spielplatzes am Adolf-Reichwein-Platz muss die Stadt altersbedingt austauschen. Das Schiff ist bei Kindern sehr beliebt. Foto: OSB/Oliver Pracht

Osnabrück. And the winner is: Das wird nicht verraten. Weder Bilder vom neuen Schiff noch Namen des Herstellers darf unsere Redaktion bekannt geben, weil das Vergabeverfahren noch läuft. Aus zwei Entwürfen haben Kinder am Freitag aber schon mal den Sieger gekürt. Ende Mai soll der Spielplatz am Adolf-Reichwein-Platz neu gestaltet sein – dann mit zwei Schiffen.

Die bei Kindern sehr beliebte Hansekogge des Spielplatzes am Koggestrand muss altersbedingt weichen. Externe Gutachten und die Inspekteure des Osnabrücker Servicebetriebes (OSB) sind nach Überprüfungen im vergangenen Jahr überzeugt: Das 2005 erbaute und seit 2006 auf dem Spielplatz stehende Schiff lasse sich nicht retten, sagte Hartmut Damerow vom OSB. Also muss ein Ersatz her. Fünf Hersteller schrieb der OSB an, erhielt fünf Entwürfe und traf eine Vorauswahl.

Kinder, Interessierte und Anwohner waren am Freitagnachmittag eingeladen, aus zwei vorausgewählten präsentierten Entwürfen zu entscheiden. Beide basieren auf Schiffen – das sei Vorgabe gewesen, sagte OSB-Mitarbeiterin Marion Niemeyer. „Schließlich soll der Charakter des Platzes erhalten bleiben.“

Kindervilla entscheidet über neues Schiff

Knapp zehn Kinder waren gekommen, allesamt von der Kita Kindervilla. Sie entschieden einstimmig, ihre Entscheidung fand Gehör. „Schließlich sind das die wichtigsten Personen hier“, sagte Niemeyer. Gezeigte Fotos und Zeichnungen dürfen aber noch nicht in die Zeitung, da das Vergabeverfahren noch nicht abgeschlossen sei, erklärte Damerow.

So sieht der neue Platz aus

So viel sei verraten: aus eins mach zwei und größer. Bei dem Siegerentwurf handelt es sich um einen Flussdampfer mit Kajüte und einer Hängematte am Heck. An dem Dampfer befinden sich Kletternetze und eine Rutsche – kleiner und niedriger als die jetzige.

60 Zentimeter hohe Stege führen über den gesamten Platz zu einem zweiten kleineren Schiff, ebenfalls mit kleiner Rutsche. Am Steg des zweiten Schiffs befinden sich zwei kleine Türme. Alles steht auf Stelzen. Insgesamt lassen die Bilder vermuten, dass die Anlage leichter für Kleinkinder zugänglich sein wird als die vorhandene.

Das kommt weg

Die einzelne kleine Rutsche auf dem Spielplatz für Kleinkinder muss der neuen Anlage ebenso weichen wie die Wippfigur daneben. Beides könne anderswo aufgebaut werden, sagte Damerow.

Fehlen wird künftig auch der Bauwagen, der als Abstellkammer für Spielzeug dient. Das könne künftig womöglich in einem der Türme weggeschlossen werden, schlug Niemeyer vor. Das Wasserspiel bleibt erhalten.

OSB investiert 40.000 Euro

40.000 Euro inklusive aller Kosten wie Absperrungen und Abnahme des neuen Geräts investiert der OSB in die Umgestaltung des zentralen Platzes. Die Summe war vorgegeben. Die neue Anlage soll 15 bis 20 Jahre halten – und wegen des Baus auf Stelzen damit bis zu zehn Jahre länger als vergleichbare Anlagen ohne, erklärte Damerow.

Ende Mai soll alles fertig sein

Mitte oder Ende kommender Woche will der OSB die Vergabe auf den Weg bringen, dann können auch Bilder gezeigt werden. Der Hersteller gibt eine Lieferzeit von etwa drei Monaten an. Bis Ende Mai will der OSB den Platz umgestalten.

Dafür sei nicht zu vermeiden, dass der Spielplatz für den Abbau der alten und Aufbau der neuen Anlage etwa für eine Woche gesperrt werde, sagte Damerow. Den Abbau erledigt der OSB selbst.

Was wird aus dem alten Schiff?

Das alte Schiff werde Damerow zufolge entsorgt. Lediglich die hohe Rutsche könne anderweitig verbaut werden.

Alle zehn Jahre lässt der OSB externe Unternehmen die Standfestigkeit und Sicherheit solcher Anlagen überprüfen. Bei der letzten im Jahr 2017 fiel das Urteil über die jetzige Kogge. „Wir haben sie schon immer wieder repariert, die Seitentürme mussten bereits weichen“, sagte Damerow. Ein Nachbau der Kogge sei trotz ihrer Beliebtheit nicht infrage gekommen. „Wir möchten dann auch gerne etwas Neues anbieten“, sagte Damerow. „Wir werden niemals irgendwo Eins zu Eins einen Nachbau hinsetzen.“


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